Clyde Stubblefield ist tot: Ohne den "Funky Drummer" wäre Hiphop nie dasselbe geworden

Clyde Stubblefield ist gestern im Alter von 73 Jahren gestorben. Der Drummer war der Mann hinter dem womöglich meistgesampleten Schlagzeugsolo der Musikgeschichte – für Hiphop ist der rund 20 Sekunden lange Break aus Funky Drummer (1970) jedenfalls von unschätzbarer Bedeutung gewesen.

Als Schlagzeuger war Stubblefield einige Jahre in der Band von James Brown tätig und war in dieser Zeit mit seinem Drummer-Kollegen John Starks für einige der größten Hits des legendären Funk- und Soul-Musikers mitverantwortlich. Dadurch wurde er auch zu einer Inspiration für viele Hiphop-Akteure der ersten Stunde, die noch stark vom Funk und dessen Rhythmen beeinflusst wurden.

Als Sampling eine gängige Praxis in der Musikbranche – insbesondere in der Rap-Welt – wurde, begann die beispiellose Geschichte des Breaks aus Funky Drummer:

Hier nochmal ganz deutlich:

Um es auf Deutschrap-Deutsch zu sagen: Das ist einer dieser Brudis, die nie ihr Hak bekommen haben, obwohl sie es verdient hätten. Ähnlich wie dieser Kerl hier – nur eben noch wichtiger für Hiphop.

Finanziell hat es ihm nichts gebracht, einer der wichtigsten Drummer aller Zeiten gewesen zu sein: "Ich habe nie ein 'Danke' erhalten, ein 'Hallo, wie geht's?' oder irgendetwas von den Rap-Künstlern", sagte er 2009 in einer Doku, die die Technik des Samplings und ihre Folgen für Urheberrechte beleuchtet.

Wenn du dich fragst, ob wir übertreiben: nein! Die folgenden Beispiele zeigen, welche Songs es ohne Funky Drummer heute nicht geben würde...

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Rap als Widerstand: "Fight The Power 2020" mit Nas, YG & mehr

Rap als Widerstand: "Fight The Power 2020" mit Nas, YG & mehr

Von Till Hesterbrink am 29.06.2020 - 13:45

Die BET Awards fanden letzte Nacht statt und wie jedes Jahr wurden Schwarze Persönlichkeiten aus dem Sport, der Musik und der Schauspielerei ausgezeichnet. Eine eh und je politisch geladene Veranstaltung war dieses Jahr noch geladener als sonst. Viele Nominierte und Gewinner nutzten ihre Bühne, um sich gegen soziale Ungerechtigkeiten auzusprechen. Alles natürlich rein virtuell und über Videobotschaften.

Auch die Performances waren nicht live, sondern bestanden aus zuvor produzierten Videos. Die fulminante Eröffnung der Show machten dabei Public Enemy. Zu ihnen gesellten sich Nas, YG, Rapsody, Black Thought von den "Roots" und Jahi, um zusammen den Klassiker "Fight The Power" zu performen. Unterlegt war das Video mit Bildern der aktuellen Proteste um rassistisch motivierte Polizeigewalt, in den USA.

Der Song erschien ursprünglich 1989 und galt damals schon als Hymne für Protestierende, da er die herrschenden sozialen und kulturellen Probleme der USA gnadenlos auf den Punkt brachte. Knapp 31 Jahre später scheint der Track relevanter denn je.

Zu Beginn des Auftritts sang Keedron Bryant seinem Song "Young Black Man". Der 12-Jährige sicherte sich vor Kurzem mit seinem viralen Anti-Rassismus Hit einen Record Deal bei Warner Music.


Public Enemy Is Joined By Nas, Black Thought & More For Rendition of Fight The Power | BET Awards 20

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