PA Sports' Ansage zu Nationalismus und Religion geht gerade durch die Decke

Es tut sehr gut zu sehen, dass ein paar menschliche Worte aus dem Herzen [immer noch so viel] Positives bewirken können.

PA Sports freut sich auf Facebook zu Recht. Seine Worte zu den Themen Nationalismus und Religion explodieren gerade online. Über zwei Millionen Mal wurde der Clip aus einem Interview von TV Strassensound angesehen.

Der Stern hat das virale Potenzial erkannt und einen Artikel veröffentlicht. Außerdem berichten u.a. die Rheinische Post, Musikexpress.de und die WAZ. Als wäre es ein Wunder, dass ein Moslem so denkt, wird leider in jeder Headline PAs Religion in den Vordergrund gestellt. Irgendwie schade, aber vielleicht ist das nötig, um die richtigen Menschen zu erreichen – steckt ja eine gute Absicht dahinter.

Die Quintessenz aus den paar Minuten, in denen PA einfach seiner Meinung freien Lauf lässt: Mach, was du willst, solange es dich glücklich macht und du damit niemanden abf*ckst! Im Endeffekt hat er einige Grundaussagen aus seinen 100 Bars hier noch mal etwas intensiver besprochen.

Vielleicht kommt das Video auch gerade zur rechten Zeit. Nationalistisches Gedankengut greift nicht nur in Deutschland um sich. In Österreich ist die Gesellschaft tief gespalten, in Polen wachen die Menschen gerade auf und merken, was sie da an die Macht kommen lassen haben, in der Türkei geht die Demokratie vor die Hunde – du weißt ja selbst Bescheid, wenn du mal bei den Nachrichten reinschaust.

Spaltung, wo man hinsieht. Vielleicht hilft es wenigstens in Deutschland ein paar Menschen dabei, ihre abstrakten Ängste abzubauen, wenn sie hören, welche Einstellung ein Rapper mit iranischen Wurzeln zu diesen Themen hat. Wenn es auch nur drei Leute sind, denen so die Augen geöffnet werden, hat es sich schon gelohnt. Außerdem könnte er hiermit die Kinder und Jugendlichen erreiche, über die er im Interview spricht. PAs Worte stehen für das exakte Gegenteil von Spaltung:

Meine Nation ist Mensch. Mein Land ist die Welt. Und mein Glaube ist eine Sache zwischen mir und Gott – das geht gar keinen was an.

Schalt im TV Strassensound-Interview ab 1:10:00 Stunden ein:

Dass es diese Aufmerksamkeit genau in der Promophase gibt, trifft sich für PA Sports hervorragend. Von Jan Böhmermann gab es auch schon überraschenden Support, als gerade alle auf ihn schauten. Läuft! Zurück zum Glück erscheint am 3. Juni:

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Kommentare

Cool das mittlerweile jeder seine Staatsangehörigkeit so definiert wie er bock hat. In 2-3 Jahren wird es vermutlich verpöhnt sein, wenn man überhaupt behauptet deutsch zu sein. Weil wir ja alle Erdenbewohner und Brüder sind... Nicht.

Das sollte Er mal seinen Kollegen aus dem Nahen Osten etwas ausführlicher darlegen bzw. erläutern...und wenn Du schon dabei bist, der afrikanischen Kontinent hat das auch bitter nötig.
Gegen Religion gibt es einfaches Hausmittel! Nennt sich Bildung...

Blablabla.. Die labern doch alle nur ********.
Als wenn auch nur eine Cousine und Schwester von einem Deutschen Kanaken Rapper einen Deutschen Mann heiraten darf.

Nur weil man sagt man ist kein Nationalist, bedeutet das noch lange nicht das man man kein nationalist ist. In jedem Interview erwähnt der Typ 100 x das er Iraner ist... Genau wie ALLE anderen Kanaken Rapper.

Und wie sie immer alle betonen das sie ja gar kein Problem mit Juden haben. Lol
Nur weil man sagt man ist kein Antisemit, bedeutet das noch lange nicht das man man kein Antisemit ist.
Wir haben hier erwachsene Rapper die in ihren Texten das Judentum in verfluchen, dann von einem Major Label gesignt werden, und auf einmal so tun als hätten sie nix gegen Juden.
Dabei weiß jeder das wenn sie mit ihren "Brüdern" zusammen sind jedes zweite Worte "Jude" ist.. Und bestimmt nicht in einem positiven Kontext.

Wir haben HipHop "Journalisten" (die noch nicht mal Germ kennen. Lol) die ihre Interviews dazu nutzen, um die Geschehnisse des 11.september mit den typischen Antisemitischen Verschwörungstheorien in frage zu stellen.

Celo & Abdi labern auf ihrem ersten Mixtape zB ohne ende Antisemitisches Zeug, und bezeichnen sich als die HJ... Dann Wollten sie ihre Nachfolger Platte HJ nennen, und als es dann zu Crazy wurde, hat man dann ganz schnell den Hinterhof Jargon erfunden... Echt clever.

Die ganze Zeit Rappt Celo Natinoalistische ********, sagt dann aber ab und zu das er Nationalimus nicht mag, und die Welt ist für euch "Journalisten" in Ordnung.
Nationalismus mögen sie doch nur nicht wenn es um Deutsche geht..

Oh mein Gott laberst du eine ********, was sollte HJ denn deiner Meinung nach sonst heissen?

Hitlerjugend oder Hitler-Jugend (abgekürzt HJ). Bitte, habe ich doch gerne gemacht.

HJ bedeutet HitlerJugend.
Und das wussten die beiden Asozialen ganz genau als sie die Lines auf dem Mietwagentape gebracht hatten.... Und da lasse ich mich auch auf gar keine Diskussion ein du HS.
Und über die anderen Antisemitischen Lines von Azzlacks, SinanG usw müssen wir gar nicht erst reden.

Ps: HS steht natürlich für Hinterhof Schatten und nicht für H***nsohn

GLAUBT DEM KEIN WORT .
Auf einmal machen muslime einen auf friedlich .sei es ein pa sports oder ein Mesut Özil.
Der einzige Grund für deren Handeln ist furcht vor steigender beliebtheit der Afd .
Erinnert ihr euch an das foto von Mesut in Mekka ?
Menschen die nicht Muslime sind dürfen nicht nach Mekka ! Und kein moslem setzt sich dafür ein dass auch anders gläubige nach mekka duerfen .
und warum nicht ? weil leute die nicht moslems sind,im islam, als ungläubige und unrein gelten .
DAS IST RASSISMUS !und kein moslem tut was dagegen !

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Nach Jamules Entschuldigung: Reaktionen von PA Sports, Eunique, KitschKrieg & mehr

Nach Jamules Entschuldigung: Reaktionen von PA Sports, Eunique, KitschKrieg & mehr

Von Till Hesterbrink am 01.09.2020 - 13:07

Jamule fiel in den letzten Tagen vor allem durch ein Video auf, in welchem er ein Konzert als langweilig bezeichnete, mit der Begründung, dass die Besucher "alle Schwarz" seien. Nachdem Manuellsen das Video in seiner Insta-Story teilte, gab Jamule ein Statement ab, um sich zu entschuldigen. Dieses wurde jedoch nicht von allen positiv aufgenommen.

PA Sports, Sugar MMFK, Eunique & mehr reagieren

Viele warteten auf ein Statement von Jamules Labelboss PA Sports. Dieser äußerte sich in seiner Insta-Story zu dem Vorfall und stellte klar, dass er keinen Grund sehe, sich vom "Unterwegs"-Künstler zu distanzieren oder die Zusammenarbeit zu beenden. Jamule habe seit jeher ein eigenes Management und repräsentiere das Label Life is Pain in der Öffentlichkeit kaum. Die Zusammenarbeit beschränke sich lediglich auf einen Plattenvertrag und dieser werde auch nicht aufgelöst. Des Weiteren möchte sich PA von jeglicher Form des Rassismus distanzieren und entschuldigt sich im Namen seines Labels bei allen People of Colour.

"Ob wir uns von Jamule distanzieren? Das ist bei unserem Verhältnis überhaupt nicht nötig. Jamule hat einen Plattenvertrag bei LIP, sodass wir seine Musik auswerten und alles vorfinanzieren. Alles weitere läuft seit dem ersten Tag über ein externes Management, [...] Jamule selbst committed sich in der Öffentlichkeit nicht viel mit LIP, deshalb gibts erstmal keinen Grund uns von ihm persönlich zu distanzieren."

Weiterhin habe PA Jamule zur Rede gestellt und konnte kein rassistisches Gedankengut bei ihm entdecken. Seine Aufgabe als Record-Label sei damit abgeschlossen. Im Text distanziert sich das LIP-Oberhaupt auch von den geleakten Screenshots, in denen ein angeblich von Jamule geführter Fake-Account das N-Wort benutzt. Scheinbar geht PA Sports zumindest davon aus, dass die Screenshots echt sind.

Die Hamburgerin Eunique zeigt sich in ihrer Instagram-Story ebenfalls enttäuscht, sowohl musikalisch als auch persönlich. Jamule hatte angedeutet, dass seine Aussagen aus dem Kontext gerissen worden seien. Das ist Eunique offenkundig egal, wie sie in ihrer Story deutlich macht. Ähnlich wie bereits Nura erklärt die "4 Blocks"-Darstellerin, dass es an dieser Aussage nichts falsch zu verstehen gebe, egal in welchem Kontext.

"Ich bin menschlich und auch musikalisch übertrieben enttäuscht von diesem Künstler. [...] Mit so einer Aussage ist es egal, ob es aus dem Kontext gerissen ist oder nicht, ich will nicht wissen, was du vorher oder nachher gemacht hast, um auf so eine Aussage zu kommen. Weil die Aussage einfach ganz klar ist. Und die Aussage ist ganz klar eklig und sch*iße."

Außerdem berichtet Eunique, dass auch sie bei dem Burna Boy-Konzert gewesen sei, auf welchem dieses Video angeblich entstanden sein soll.

Das Berliner Kollektiv KitschKrieg, mit dem Jamule erst kürzlich die Hit-Single "Unterwegs" veröffentlichte, postete ebenfalls ein Statement auf Instagram. Darin sagen sie, sie seien nicht in der Position, Jamule Absolution erteilen zu können. Der Schritt, sich öffentlich zu entschuldigen, sei aber definitiv der richtige. Außerdem gehen sie auf die Kritik ein, dass sie Künstlern wie Bonez oder Vybz Kartel keine Plattform geben sollten. Dies wäre in ihren Augen jedoch unfair und würde auch nicht ihren musikalischen Background abbilden.



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Ein von @ kitschkrieg geteilter Beitrag am

Der Rapper 3Plusss äußerte sich auf Twitter zum KitschKrieg-Statement und machte deutlich, dass er nicht viel davon hält.

Bantu Nation-Member Sugar MMFK forderte auf Instagram nicht nur ein Statement in Textform. Jamule solle sein Gesicht zeigen und sich richtig entschuldigen. Außerdem fordert er seine Follower auf, nicht wegzuschauen, wenn sich jemand rassistisch äußert oder versucht, Leute zu diskriminieren.

"Wir sind keine Zuschauer, wir sind keine Auswechselspieler. Wir sind mittendrin statt nur dabei. Und das sollte die ganze Rapwelt verstehen, respektieren und anerkennen. Und nicht nur in der Rapwelt, auch in der Gesellschaft sollte man verstehen, dass wir Mitspieler sind. Wir sind Mitspieler, wir sind sogar Spielmacher."

Jamules – nun wohl ehemaliger – Freund reezy meldete sich ebenfalls via Insta-Story zu Wort. Auch er macht keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. Für ihn sei es besonders schmerzhaft, da die beiden eigentlich schon länger befreundet seien und er Jamule seit dessen Karrierebeginn immer unterstützt habe. Die Aussagen von Jamule verstehe er aber als Angriff auf alle Schwarzen, also auch auf seine Mutter. Da höre für reezy der Spaß endgültig auf und davon gäbe es auch kein Zurück.

Jamule äußert sich ein weiteres Mal auf Instagram

In seiner Insta-Story zeigt sich Jamule nun zum ersten Mal und richtet eine kurze Bitte an alle, die aktuell auf ihn schauen. Er sei bei der ganzen Sache im Unrecht und nicht die ihm nahestehenden Künstler. Die enttäuschten Fans sollen davon absehen, andere zu beleidigen oder unter Druck zu setzen.

Nachdem unter seinem Statement-Post nur Personen kommentieren konnten, denen Jamule folgt, deaktivierte er die Kommentare nun ganz. Auch dieser Move kommt bei vielen so an, als würde er sich einer Diskussion entziehen wollen.

Neben dem rassistischen Clip kursieren noch weitere Gerüchte, Screenshots und Bildschirmaufnahmen, die zusätzlich ein schlechtes Licht auf Jamules Einstellung der Schwarzen Community gegenüber werfen. Die Faktenlage um Jamules vermeintlichen Zweit-Account "Nutte40" ist jedoch ebenso ungeklärt wie die belastende Behauptung, Schwarze Models wären bei Videodrehs unerwünscht gewesen.


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