Die außergewöhnlichsten Promophasen der letzten Jahre

Hate it or love it – mal mehr, mal weniger ausgeklügelte Promophasen gehören mittlerweile zur deutschen Rapszene. Man kann diese Entwicklung verteufeln oder man nimmt sie hin und macht das Beste aus den Gegebenheiten.

Häufig läuft das Vorgeplänkel zu einem Album nach dem immer gleichen Muster ab: Titel, Release Date, Cover, Tracklist und Feature-Gäste werden nach und nach verraten. Es gibt YouTube-Blogs, es gibt Interviews, es gibt tatsächlich auch neue Musik und Videos. Je nachdem, wie gut die Musik und wie charismatisch der Künstler ist, kann das auch alles spaßig und unterhaltsam sein. In vergangener Zeit sind jedoch einige Promophasen besonders im Gedächtnis hängengeblieben. Die Amis ziehen dieses etwas andere Promophasen-Game schon länger und ziemlich erfolgreich durch – frag mal bei Jay Z, Kanye West, Rihanna, Drake oder Beyoncé nach!

Haftbefehl & Xatar

Das jüngste Beispiel ist Der Holland Job von Coup. Nachdem Haftbefehl und Xatar aus der TV-Show Studio Amani geflüchtet waren und ihre Social-Media-Accounts offline genommen wurden, konnten die meisten den Braten schon riechen: Da kommt ein Kollaboalbum.

Danach wurden mehr oder weniger mysteriöse Clips ins Internet gestreut und irgendwann kam die offizielle Ankündigung. Außerdem sollte es einen 30-minütigen Kurzfilm zum Album geben:


Am Ende wirkte das Ganze sehr wie am Reißbrett konstruiert, aber unterhaltsamer als die meisten Promophasen war es allemal. Der Film Der Holland Job hielt einiger Lacher bereit und hob das Deutschrap-Video-Game auf ein neues Level. Aber wer weiß, ob die beiden nicht mit straighten Musikvideos und ihrer ohnehin starken Mucke besser gefahren wären als mit dem Kreuzfahrtsschiff.

Wir schauen zurück auf die letzten Jahre. Wer hat Eindruck hinterlassen?

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Kommentare

stabil

Studio Amani ist genauso peinlich wie die beiden Kasper die jetzt meinen, Promo machen zu müssen ..

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Von Angst geprägt: Laas resümiert EGJ-Zeit

Von Angst geprägt: Laas resümiert EGJ-Zeit

Von Till Hesterbrink am 19.10.2021 - 12:41

In einer äußerst ausführlichen Instagram-Story fasst Laas seine Zeit bei EGJ zusammen. Eine Zeit, die laut eigener Aussagen vor allem von Angst geprägt gewesen sei. Die Angst, das neue Camp zu enttäuschen. Auch an seine beiden ehemaligen Beef-Kontrahenten Kollegah und Farid Bang richtet er Grüße aus.

Laas bei EGJ: "Thema Angst"

Bewegt durch Ali Bumayes Aussagen im neusten TV Straßensound-Interview über die EGJ-Zeit fühlt sich auch Laas bewegt ein paar Worte zu seinem Signing bei dem Berliner Label loszuwerden. So habe sein Umfeld ihm geraten, sich nach den schlechten Verkaufszahlen seines Albums "Daemon" wieder einen "normalen Job" zu suchen. Zu diesem Zeitpunkt habe Laas (jetzt auf Apple Music streamen) bei Freunden auf dem Sofa geschlafen und wäre broke gewesen.

Dann habe er von Freunden aus der Szene die Anfrage bekommen, ob er nicht am Ali Bumaye-Album mitarbeiten wolle. Daraufhin sei er schnell ein fester Teil des Labels geworden und Arafat habe ihn gefragt, ob er nicht bei EGJ unterschreiben wolle. Er habe sich in der Hiphop-Welt nie willkommen geheißen gefühlt, aber dort wurde er ohne Vorurteile so aufgenommen, wie er war. Zum ersten Mal habe er sich dazugehörig gefühlt.

"Nun war ich nach 15 Jahren Struggle endlich mal irgnedwo angekommen, wo es plötzlich wieder Sinn machte, an meine Musik zu glauben."

Zwar habe er dadurch seine Geldprobleme hinter sich lassen könne, allerdings hätten sich neue, zuvor nicht erahnbare Probleme aufgetan. Besonders mit Selbstzweifeln habe er zu Kämpfen gehabt. Zum ersten Mal hätten seine Moves auch direkte Auswirkungen auf das hinter ihm stehende Team gehabt. Und dieses habe er nicht direkt wieder verlieren wollen. Diese Angst, keine Fehler machen zu wollen, habe ihn "versteinert".

Bushido startet Beef mit Koolegah & Farid Bang wegen Laas

Als Farid ihn dann auf einem Song disste, habe Arafat bei diesem angerufen und das Ganze aus der Welt geschafft. Allerdings habe Bushido dann mit seiner Aussage im Promovideo zu Black Friday, dass Laas jetzt bei ihm seie und ihn niemand mehr dissen könne, ein größeres Thema daraus gemacht. Ähnliches hatte auch Ali im Interview erklärt, dass dieser eine Satz für den Beef mit Kollegah und Farid gesorgt habe.

Laas habe sich erst über die Rückendeckung gefreut, verstehe heute aber, dass es vor allem auch um eine Machtdemonstration ging. Aus der Angst, sein Camp zu enttäuschen, habe Laas auch wieder angefangen, gegen Kollegah zu feuern. Aus heutiger Sicht sei er allerdings sehr unzufrieden mit diesen Lines.

"Ich stand genau in der Mitte zwischen zwei Parteien, deren Egos sehr wahrscheinlich die Größten dieser Szene sind. Farid und Kollegah sind, wenn es um dieses Thema Beef geht, die absoluten Endgegner, Bushido und Arafat zum damaligen Zeitpunkt genauso."

Am Ende des Tages habe er nur versucht, so unbeschadet wie möglich aus dieser Situation wieder herauszukommen.

Doch habe ihn das ganze auch gelehrt, dass Angst ihm eigentlich nichts anhaben kann. Er sei schon am Boden gewesen und habe jedes "worst case Szenario" miterlebt und sei trotzdem mit erhobenem Haupte rausgekommen. Zum Schluss bedankt er sich sowohl bei Kollegah und Farid Bang als auch bei Bushdio und Arafat für diese Zeit, die in stärker gemacht habe. Ali Bumaye antwortete Laas nach seinem Statement, dass er "nur Liebe" für ihn habe.

Aber auch aktuell gibt es immer wieder Dinge, mit denen Laas zu kämpfen hat:

Nach Shirin David-Album: Laas wollte seine Karriere beenden

Nach der gemeinsamen Fertigstellung des zweiten Albums von Shirin David, meldet sich Laas in seiner Instagram-Story zu Wort und zeigt sich enorm selbstkritisch: Bis heute sei er auf nichts, was er erreicht habe, stolz. Nach der Zusammenarbeit mit Shirin David an den Texten von "B*tches brauchen Rap" sei er zum wiederholten Mal kurz davor gewesen, seine Karriere zu beenden.


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