Auf Statista.com heißt es, der Streaming Boom schade den Musikverkäufen.

Sie beziehen sich zwar auf die Verkäufe in den Staaten, jedoch heißt das nicht, dass der deutsche Markt davon nicht betroffen sei. Zehn Jahre, nachdem der Itunes Music Store mit dafür gesorgt hatte, dass auf Grund von Downloads die CD-Verkäufe anfingen, zurück zu gehen, geschieht dasselbe, langsam aber sicher, mit den Downloads.

Es heißt: "Laut Nielsens Halbjahresreport zum US-Musikmarkt sind die Downloadzahlen im ersten Halbjahr 2014 deutlich zurückgegangen, während Streaming nach wie vor stark wächst. CD-Verkäufe setzten derweil ihren Abwärtstrend fort, der vom Comeback der Vinyl LP nur marginal abgemildert wird."

Natürlich hat Apple diesen Trend beobachtet und wahrscheinlich genau aus diesem Grund Dr. Dre seine Beats by Dre für ganze drei Milliarden Dollar abgekauft. Apple braucht einen On-Demand-Streamingdienst, ähnlich wie Spotify. Beats hat genau so einen, jedoch ist er in Deutschland noch nicht verfügbar.

Spotify geriet in den vergangen Jahren immer weiter in den Vordergrund und wurde gleichzeitig auch wichtig für Rapper. Kollegah, der dieses Jahr mit seinem Album King sämtliche Rekorde gebrochen und aufgestellt hat, schaffte es als erster deutscher Künstler auf die Pole Position der weltweiten Spotify-Charts. Sein Album wurde über drei Millionen Mal abgespielt. Auch Materias Zum Glück In Die Zukunft 2 wurde über 2,5 Millionen Mal über den Streamingdienst angehört.

Streaming scheint ein neues Erfolgsmodell zu sein, auch für Rapper. Die Verkäufe sinken dadurch nicht, es bleibt jedoch abzuwarten, wie wichtig Streamingdienste noch werden. Ist es sogar möglich, dass wir irgendwann keine CDs mehr kaufen? Was würde genau das für deutsche Rapper bedeuten? Würde der wieder neu errungene Erfolg in den Charts neben Stars aus der Pop-Musik noch anhalten? Werden genau wegen solcher Dienste, die special Editions und die limited Boxen immer umfangreicher?

Schreib uns doch in die Kommentare wie du zu dem Ganzen stehst. Ist Streaming eine Gefahr oder ein Segen für die Musikindustrie und insbesondere für Rap-Musik?

Grafiken und weitere Infos zu diesem Thema findest du hier.

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Kommentare

Interessant ist im HipHop-Kontext auch der steigende Vinylabsatz!

Wie funktioniert das eigentlich mit Spotify? Was haben die Künstler davon?

Ich finde, mit CDs ist das wie mit Büchern. Ich hab lieber ein gebundenes Buch in der Hand als ein eBook aufm Kindle. Machen wir uns nix vor: Eine CD-Sammlung im Regal ist einfach ***y. ;-)

Isso

Leider bringt Spotfiy den Künstlern wenig bis garnichts (ausser man hat so hohe Streamings wie ein Kollegah oder Materia). Man bekommt pro Play Vergütungen um die 0,05 Cent. Wer seine lieblings Künster unterstützen möchte sollte solche Dienste nur zum Reinhören benutzen bevor man die CD oder den Download kauft oder halt wenn es mal schnell gehen soll und man nicht extra die CD rauskramen möchte.
Für kleine Indielabels ist Streaming leider auf längere Sicht der Tod.

ich bin mir nicht 100% sicher, aber hat nicht ein bekannter deutscher rapper (savas, oder olli banjo oder so) vor einigen jahren genau diese entwicklung vorausgesagt? dass man irgendwann mal (so gut wie) kein geld mehr mit cd- bzw musikverkäufen machen wird und alles mit liveshows und merch einholen muss?
naja.. also ich denke dass das eher schlecht ist. es wird zwar oft gesagt, dass musiker an cds sowieso nicht allzuviel verdienen, aber wenn das komplett wegbricht dann denke ich leider, dass das auf konzerte und so draufgelegt wird..
ich persönlich kaufe musik noch gerne in form von cds und fände es schade, wenn das komplett ausstirbt...

Ich glaube der Künstler darf selber darüber entscheiden ob sein Album auf Spotify gestreamt werden darf, oder? Ich finde, dass es keine Gefahr für den CD - Verkauf darstellt. Ich denke richtige Fans kaufen weiterhin physische Tonträger und geben sich sicherlich nicht mit Downloads oder Streams zufrieden. 

CD's kaufen,hören (was auch immer) gehört einfach dazu!
Und sollte nicht durch sowas wie streaming komplett abgeschafft werden!

Deine Meinung dazu?

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Blackout Tuesday nach George Floyds Tod: Musikindustrie steht still

Blackout Tuesday nach George Floyds Tod: Musikindustrie steht still

Von Michael Rubach am 02.06.2020 - 15:58

Die Musikindustrie steht heute ein gutes Stück weit still. Mit dem Blackout Tuesday will die Branche ein Zeichen gegen Rassismus und Polizeigewalt setzen. Seit dem Tod von George Floyd werden die USA von einer Protestlawine überrollt. Jeden Tag finden landesweite Kundgebungen statt, um den Kampf für eine gerechtere Gesellschaft auf den Straßen voranzutreiben.

2 Frauen sorgen dafür, dass die Show pausiert

Jamila Thomas und Brianna Agyemang haben für den Industrie-Lockdown die Initiative #TheShowMustBePaused ins Leben gerufen. Beide sind durch ihre Arbeit bei Atlantic Records selbst Teil der Entertainment-Branche. Sie machen deutlich, dass es bei ihrem Protestaufruf nicht darum geht, nur für 24 Stunden auf einen Missstand hinzuweisen. Vielmehr werde man noch einen weitreichenderen Plan veröffentlichen.

"#TheShowMustBePaused wurde ursprünglich von zwei schwarzen Frauen in der Musik-Industrie gestartet, um den langjährigen Rassismus und die Ungleichheit aufzuzeigen, die vom Sitzungssaal bis zum Boulevard existiert. Wir werden ohne Rücksicht auf das Leben der Schwarzen nicht wie gewohnt weiterarbeiten."

("#TheShowMustBePaused is in initiave created by two black woman in music in observance of the long-standing racism and in-equality exists from the boardroom to the boulevard. We will not continue to conduct business as usual without regard for Black lives.")

Den heutigen Tag solle man nutzen, um nicht nur George Floyd zu gedenken. Auf der Seite theshowmustbepaused.com werden namentlich noch Breonna Taylor und Ahmaud Arbery angeführt. Sie sind ebenfalls unter grausamen Umständen ums Leben gekommen. Breonna Taylor wurde von Polizeibeamten erschossen. Im Fall von Ahmaud Arberys wird inzwischen wohl wegen eines Hassverbrechens ermittelt. Er soll von mehreren Männern verfolgt und schließlich ebenfalls erschossen worden sein.

#TheShowMustBePaused ruft nicht ausschließlich zum Protest und zum Gedenken auf. Die Initiative stellt auch Spendenlinks und Informationsangebote über Rassismus zur Verfügung.

Eminem macht Shady Records dicht

Der Betrieb bei Eminems Shady Records pausiert heute. Marshall Mathers und sein Label bekennen sich zum Stillstand. Statt dem Tagesgeschäft nachzugehen, werde man sich dem Kampf für gesellschaftliche Veränderungen widmen.

"An diesem Tag werden wir unsere Zeit und Anstrengungen darauf verwenden, soziale Ungerechtigkeit zu verhindern und Wege zu erkunden, um im Kampf gegen Rassenungleichheit zu helfen."

("On this day we will dedicate our time and efforts to help prevent social injustice and explore ways to assist in the fight against racial inequality.")

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Labels unterstützen den Blackout Tuesday

Viele Big Player der Musikbranche haben sich der Aufforderung zum Innehalten angeschlossen oder sich zumindest solidarisch gezeigt. Unter anderem Interscope Records wird sogar in der gesamten Woche keine neue Musik releasen.

Universal hat laut Variety angekündigt, eine Arbeitsgruppe gründen zu wollen, die sich speziell um Inklusionsthemen kümmert. Columbia Records hat ebenfalls ein Statement veröffentlicht. Auch hier ist die Message klar: Rassismus – nicht mit uns!

Aus einer Nachricht, die dem Magazin Pitchfork vorliegt, geht hervor, wie Warner Music diesen Tag angeht. CEO Steve Cooper hat seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen mitgeteilt, dass sie einen Tag frei machen können, um "sich darauf zu konzentrieren, sich und anderen zu helfen."

Spotify & Apple Music setzen ebenfalls ein Zeichen

Streaming-Riese Spotify erklärt in einer Pressemitteilung, dass der heutige Tag im Zeichen des Kampfes "gegen Rassimus und Ungerechtigkeit" steht. Um diesen Standpunkt zu verdeutlichen, haben große Playlists wie RapCaviar oder Today's Top Hits ein schwarzes Cover verpasst bekommen.

Außerdem werden teilnehmende Podcasts und Playlists einen zusätzlichen Track mit einer Spielzeit von acht Minuten und 46 Sekunden erhalten. Zu hören ist dabei nichts. Die gewählte Trackdauer soll an die Festnahme erinnern, bei der George Floyds Leben durch einen rassistischen Cop ausgelöscht wurde.

Auch bei Apple tut sich was: Zane Lowe and Ebro Darden haben ihre Shows bei Apple Music für heute abgesagt. Das Unternehmen selbst will den Tag nutzen, um zu reflektieren und auszuarbeiten, wie man die schwarze Community, schwarze Künstler und Künstlerinnen unterstützen kann.

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MTV verlagert den Fokus

Bei MTV geht die Show ebenfalls nicht einfach weiter. In einer Mail, aus der CNN zitiert, verdeutlicht der President des Medienkonzerns Viacom, dem MTV angehört, dass dieser Dienstag ein besonderer Tag ist. Der Fokus solle sich von der Arbeit auf unsere Gemeinschaft richten. Zudem werde es auf allen Sendern, die zu Viacom gehören für 8 Minuten und 46 Sekunden eine schwarzen Screen zu sehen geben – auch hier möchte man so an den qualvollen Tod von George Floyd erinnern.

Deutschrap beteiligt sich am Blackout Tuesday

Wer heute auf den Instagram-Seiten seiner Lieblingsrapper unterwegs ist, wird sehr viele schwarze Flächen sehen. Kaum jemand, der sich dort nicht mit der Aktion solidarisch zeigt. Von Max Herre bis Shindy über die Azzlackz – Deutschrap steht im Kampf gegen Rassismus zusammen.



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#blackouttuesday

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#blackouttuesday #fckracism #fcknazis

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Lil Nas X & Justin Vernon äußern Zweifel

Nicht überall trifft das große Schweigen auf Zuspruch. Lil Nas X empfindet die verordnete Stille im Kampf gegen Rassismus als kontraproduktiv. Seiner Meinung nach sei jetzt die beste Gelegenheit, sich so laut wie möglich zu den rassistischen Strukturen in der Gesellschaft zu positionieren. Auf einmal das Posten in sozialen Netzwerken einzustellen, sei "die schlechteste Idee aller Zeiten."

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Ähnlich sieht es Justin Vernon von der Band Bon Iver. Der Musiker teilte in einem inzwischen gelöschten Tweet mit, dass sich das Herunterfahren der Musikindustrie für ihn "taub" anfühle. Vielmehr solle man jetzt die Chance ergreifen und an der echten Welt teilnehmen.

Viele prominente Figuren des US-Raps tun genau das und schließen sich den Protestmärschen an.

Nach George Floyds Tod: Rap-Stars engagieren sich in den Protesten

Videoaufnahmen von einem weißen Polizisten, der den später verstorbenen George Floyd mit roher Gewalt quälend lange auf den Asphalt presst, schockieren die ganze Welt. Seit seinem Tod sind Proteste in mehreren US-Städten entfacht und die Forderung ist eindeutig: Gerechtigkeit für George Floyd und die Opfer von Polizeigewalt.


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