Voller Freude präsentiert NBP Recordings sein viertes Release: Diesmal ist es instrumentaler Natur, analog und jazzy. Denn der QTS-Produzent Thur Deephrey entführt uns auf seinem Solodebüt „The Congenial Genus“ in die Welt des Jazz und Hip Hop.

IMAGE(http://community.nbp-online.de/shop/articles/thurdeephrey/thecongenialgenus/cover/cover_300x300.jpg)Snippets
02. Light Blue
07. But Not for Me
12. Word Significance (feat. MASC)
17. Impressive Occurence
25. Breeze
30. Serge`s Flute Song

Jemand sagte mir mal: „Ja, Jazz ist heutzutage nun mal nicht so angesagt wie früher…“.
Ich weiß nicht genau, ob er wirklich Recht hatte, aber für Thur Deephrey ist Jazz immer noch so lebendig und präsent wie damals, als man noch an jeder Straßenecke ein entspanntes Tune hörte, das alles um einen herum etwas weniger hektisch und laut werden ließ. Ich glaube man beschreibt den Sound von „The Congenial Genus“ am besten mit den Worten von Art Blakey:
„I’d like to take the opportunity this time to mention, with confidence, that I work with now and I hope forever some of the greatest Jazz musicians in the country.”
Und das tut Thur Deephrey auch. Neben dem Sound zahlreicher Jazzgrößen sind bei Thur Deephrey aber auch die Einflüsse von Künstlern wie „A Tribe Called Quest“, „Gang Starr“, „The Pharcyde“, „Souls Of Mischief“ und vielen anderen zu hören. Dabei versteht Thur Deephrey es gekonnt, verschiedene Stile und Samples so miteinander zu verbinden, dass etwas Neues und Eigenes dabei entsteht.

Auf „The Congenial Genus“ ist es entspannt und verraucht, wie im „Village Vanguard“, im
„5 Spot Cafe“ oder im „Cafe Bohemia“. Es ist wie eine Jazzsession, so konzentriert bei der Sache, dass man den Whisky schmecken, die Zigaretten riechen und das leise Klicken der Instrumentenklappen hören kann. Das ist das ganze Konzept von „The Congenial Genus“: es ist überwiegend instrumental gehalten, so dass man auf manchen Tracks freestylen und manchen einfach nur zuhören kann.

Abgerundet wird „The Congenial Genus“ durch einige Vocal-Samples und zwei Vokalisten aus
Thurs Umfeld: qwer und MASC. Während qwer das Assoziative und das Element der Improvisation des Jazz aufnimmt, beschäftigt sich MASC mit dem Wort und dessen Gebrauch.
Das alles macht dieses Album zu dem, was es ist: Einem angenehmen Erlebnis, dem „Congenial Genus“.

Zur Erinnerung an alte Zeiten kommt das Release als Tape, aber mit Blick auf die neueren auch als CD- und Downloadedition mit einigen Bonustracks und alternative Takes.

IMAGE(http://community.nbp-online.de/shop/articles/thurdeephrey/thecongenialgenus/cover/cover_tape_width_300.jpg)Wie immer haben wir uns viel Mühe mit der Veröffentlichung gegeben, denn wir möchten dem Musikliebhaber ein schönes Produkt bieten. Deshalb gibt es das Album auf Tape und/oder in einer schönen Kartonstecktasche zu einem fairen Preis.

Limitiert auf 100 Stück, im Eigenvertrieb, zu kaufen unter anderem bei:
http://www.nbp-online.de
http://www.mailorder.offbeaters.com
Pentagon Darmstadt.

Weitere Shops und Mailorder folgen voraussichtlich in den nächsten Wochen.

Antworten

Die Ersten Revies sind da:

Zitat von Uncle Sallys
THUR DEEPHREY

THE CONGENIAL GENUS

Ah yeah, was man mit elektronischem Spielzeug nicht alles anstellen kann! Thur Deephrey hat sich hinter Sampler und Drumcomputer geschnallt und eine feine Jazz-HipHop-Mixtur zusammengeschraubt. Uns fällt spontan DJ Shadow ein, auch wenn es der gute Thur noch ein wenig ruhiger angehen lässt und der Wind seiner vertrackten Beats deutlich mehr aus der Homie-Richtung weht. Die Platte ist fast komplett instrumental gehalten, nur bei zwei Tracks sorgen zwei Gastvokalisten dafür, dass auch der Rap zum J-Hop kommt. Die Dominanz eines quirlig-verspielten Pianos und dezente Bläsersätze bringen uns jedoch zu der Ansicht, dass dies hier eher was zum Abschalten und Träumen denn zum Bouncen ist. Gefällt trotzdem, wenn auch etwas langatmig.
Ed von Schleck sagt: 'Schön duftiges Speiseeis, so locker leicht, dass man es fast an der Waffel festbinden muss, damit es beim Genießen nicht davon schwebt.'

http://www.sallys.net/demodesaster/index.php?key=511&archiv=119

Zitat von Intro
18.09.2006
Thur Deephrey
The Congenial Genus
CD / NBP Recordings / www.nbp-online.de

Thur Deephrey - The Congenial Genus Thur Deephrey ist ein Jazz-beeinflusster HipHop-Head, dem dieses kleine Label aus Darmstadt seinen ersten Release ermöglicht. Glücklicherweise – denn “The Congenial Genus” führt Traditionen fort, die in den 90ern von Frickelmeistern wie DJ Food, DJ Krush oder dem Mo’Wax-Label etabliert wurden. Die hohe Kunst des Samplens setzt sich bei Thur Deephrey hauptsächlich aus alten Jazz-Platten zusammen, die mit frisch eingespielten Live-Schnipseln schön eingelegt und entspannt serviert werden. Selten werden diese länger als zwei Minuten zubereitet, sodass man eigentlich eher von einzelnen Sequenzen oder Tracks reden kann als von Songs.

Dafür wird hier die Spannung gehalten, da nichts auf Überlänge geloopt ist. Die Segmente werden kunstvoll verwebt, vergleichbar mit einem Kurzfilmfestival, bei dem man stets durch die Szenen der einzelne Filme begleitet wird, die sich hauptsächlich zu urbanen Schauplätzen, interessanten Milieustudien und atmosphärischen Einstellungen fokussieren. Streckenweise erinnert “The Congenial Genus” dabei an eine Jazz-Session, bei der nur das Nötigste gespielt wird. Auf den Punkt. Zu bestellen u. a. direkt beim Label NBP (www.nbp-online.de), das sich auf Leftfield-HipHop spezialisiert hat. Auf 100 Exemplare limitiert. Also beeilen – es lohnt sich.

Text: Burkhard Welz
aus Intro Ausgabe Nr. 143
http://www.intro.de/platten/heimspiel/23037643

Zitat von Generation One
Es ist wie eine Jazzsession, so konzentriert bei der Sache, dass man den Whisky schmecken, die Zigaretten riechen und das leise Klicken der Instrumentenklappen hören kann.“ - so heißt es im Pressetext zu „The Congenial Genus“ von Thur Deephrey. Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht den Jazz zurück in die Boxen zu holen und nutzte hierfür seine Erfahrungen als Produzent. Seit 2001 tut er nun dies, hauptsächlich für Künstler aus dem Umfeld seines Labels NBP Recordings.

Zugute kommt ihm, dass er viel mit Samples arbeitet, Instrumente zum Teil auch selbst einspielt und schon immer einen großen Jazzeinfluss in seinen Werken zu spüren war… Nun natürlich in Vollendung eingesetzt auf „The Congenial Genus“. Und tatsächlich, das Album hält was es verspricht. Auf den 33 Tracks bekommt man entspannte, gechillte, eben einfach jazzige Musik. Bestens zum nebenher laufen lassen, obwohl das jetzt natürlich irgendwie negativ klingt. Aber zum aktiven Zuhören, fährt Thur Deephrey zu sehr seine Linie, soll heißen Überraschungen gibt es kaum. Oftmals merkt man gar nicht, dass ein neuer Track angefangen hat. Doch das würde auch das angenehme Erlebnis schmälern, das „The Congenial Genus“ sein soll, eine Untermalung der Welt, die „alles um einen herum etwas weniger hektisch und laut“ werden lässt. Zwei kurze Rapparts gibt es dann aber doch noch und zwar von MASC und qwer, beide sind aber nicht mehr als eine gute Ergänzung. Wer sich also ein wenig in die seichte Welt des Jazz, mittels einer angenehmen Herangehensweise, entführen lassen will, der liegt mit „The Congenial Genus“ genau richtig. [MS]

http://www.generation-one.de/content/view/123/0#thurdeephrey

Zitat von Independentrap.de
Thur Deephrey veröffentlicht sein instrumental album "the congenal genus" mit 58 Minuten Spielzeit und 33 Beats. Da das gesamte Werk ausschließlich in der Stimmung Jazz produziert ist, macht die verminderte Spiellänge durchaus Sinn und garantiert, dass man es gut an einem Stück durchhören kann. Der geneigte Rap-Hörer wird hier keine "fetten" Beats finden, die die Bassmembran zum platzen bringen - nein, diese Beats kosten die Interpreten heutzutage einige tausend dollar und machen eh nur auf der Tanzfläche Sinn. Auch eine düstere Atmosphäre a la Mobb Deep, Jedi Mind Tricks und solchen Konsorten schleicht sich hier nirgends ein. Stattdessen liefert Thur Deephrey aus der Sample-Kiste jene Perlen, die uns laue Sommerabende versüßen können und mit ihren holprig bis swingig dazu eingetippten Drum-Sounds zum darauf Freestylen einladen, wenn man nicht grade vollkommen am weg-chillen ist...

Ich kann mir beim Hören der CD richtig gut den Producer selbst vorstellen, wie er an seinem Live-Sampler die drums dazu tippt und das nicht nur, weil ich Thru Deephrey schon live mit seinen Kumpanen von NbP-Recordings (Non Budget Production) erleben konnte, sondern weil das ganze eine organische Aura umgibt, ums etwas geflügelt auszudrücken. Auch die Feature-Parts seiner Crew-Kollegen MASC und qwer (mit denen Zusammen er QTS bildet, die demnächst ihr Album "Quantensprung" veröffentlichen werden!) liegen genau an den richtigen Stellen und provozieren den Hörer dann doch dazu, zur Abwechslung vielleicht selbst mal einzuschreiten und es ähnlich elegant-assoziativ wie qwer beim freestylen zu machen.

Hier und da hätte sich der Soundtüftler bei den Übergängen/outros/intros der einzelnen Instrumentals - die zwischen 20 Sekunden und 2 Minuten variieren - etwas mehr Mühe geben können, aber für diesen Preis (3 € / 5 €) hätte noch mehr Mühe als eh schon spürbar ist, dem Hörer die Schamesröte ins Gesicht treiben müssen. Falls also auch die einer derjenigen sein willst, die ermöglichen, dass Rap-Nerds wie Thur Deephrey weiterhin neue Beats basteln können und sich dafür Sample-Platten vom Flohmarkt holen oder mal neues Equipment kaufen können, dann besorg dir den Download-Code über www.nbp-online.de per Überweisung oder bestell dir die CD (auch als tape - ja, ich meine TAPE - erhältlich!) direkt nach Hause. Support the underground... exklusiv und unterster Untergrund, deine Homies werdens sich eh noch nicht gebrannt haben können aufm Schulhof.

(C) Rezension von Claus Tro Phob für www.independentrap.de am 28.7.2006

Zitat von undergroundhiphop.ch
thur deephrey - the congenial genus

Ob Thur Deephrey (www.nbp-online.de) nun mit der Plattensammlung seiner Eltern aufgewachsen ist oder er selbst den Jazz für sich entdeckt hat, sei dahingestellt. Jedenfalls scheint er selbigen zu mögen. Das Album "The Congenial Genus", im Mai dieses Jahres erschienen, strotzt geradezu vor Piano-, autenthischen Drum- und Bläser-Samples und ist bis auf zwei Ausnahmen instrumental gehalten. Speziell bei den Drums könnte man davon ausgehen, dass da Zusammenarbeiten mit Norbert Pfammatter entstanden sind.

Stellenweise erinnert es an die Sound Providers, in der nächsten Passage dann aber auch an Marcellos "Musique Sentiment". Die teils frechen Samples ("The High Sea Interlude") werden geschickt verwertet, die Songs sind allesamt sehr sauber produziert. Ab und an muss man feststellen, dass die Abläufe - in erster Linie die Drums - bestimmt nicht neu erfunden wurden. Leichte Kost also; dass die meisten Stücke nicht über zweieinhalb Minuten dauern, trägt zu einem kurzweiligen Erlebnis mit angenehmen Tracks bei. Häufige Tempowechsel verleihen dem Ganzen noch einen aufmüpfigen, interessanten "Drive".

Textlich unterstützt wird Thur Deephrey zum Einen von qwer ("Word Usage"), der einen wasserdichten Part abliefert (Reime), und von MASC ("Word Significance"). Letzerer wagt sich auf einen nicht ganz gewöhnlichen Soundteppich und meistert diese Herausforderung definitiv gut. Allerdings bleibt bei "Word Significance" der leise Nachgeschmack, diese Art Rap (in diesem Fall die Flows) hätte man in Deutschland bereits vor über einer Dekade gehört. Nun gut, warum auch nicht?

Insgesamt ist dieses Album auf jeden Fall eine frohe Erscheinung und eignet sich für viele verschiedene und vor allem gemütliche Situationen. "Listen how he blows the horn, buddies!"

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