Bushido-Ermittlung: Hat er zum Brand in seiner Villa selbst angestiftet?

Der Stern hat online bereits heute die morgige Titelstory über den Prozess gegen Arafat Abou-Chaker veröffentlicht. Die umfangreiche Recherche des Magazins rückt auch mehrere Vorwürfe in den Fokus, die Bushido betreffen. Der Rapper könnte demnach mehrfach versucht haben, seine Versicherung um hohe Summen zu betrügen. Außerdem wird gemutmaßt, er könnte selbst mit dem Brand in seiner Villa in Kleinmachnow zu tun haben.

Bushido: Stiefmutter verliert Diamantenarmband

Der Stern berichtet, dass Bushido im Jahre 2013 seiner Versicherung ein mit Diamanten besetztes Armband als verloren gemeldet habe. Das Schmuckstück im Wert von knapp 235.000 Euro soll seiner Schwiegermutter bei einem Bootsausflug ins Wasser gefallen sein. Zuvor sollen Fotos angefertigt worden sein, auf denen zu sehen sei, sie habe das Armband wirklich getragen.

Angeblich soll es nun Dokumente geben, in welchen Bushidos Ehefrau Anna-Maria Ferchichi über ein Armband spricht. In einer Textnachricht soll sie angeblich zur Vorsicht mahnen, zumindest auf Grundstücken, die häufig durchsucht würden. Außerdem veröffentlichte der Stern ein Bild, welches ein identisch aussehendes Armband zeigen soll. Der Haken an der Sache: Das Schmuckstück liegt auf einer Ausgabe des Magazins "Muscle & Fitness" aus dem Jahre 2017.

Es gibt keine rechtskräftigen Beweise dafür, dass eine Straftat begangen wurde. Es ist beispielsweise ebenso möglich, dass einfach ein neues Armband als Ersatz gekauft wurde.

Mögliche Brandstiftung in Bushidos Villa

Im gleichen Jahr wie den tragische Verlust des Armbands musste Bushido dann das nächste Unglück miterleben. Der Dachstuhl seiner Villa in Kleinmachnow stand in Flammen. Mit dem Brand erloschen auch die Denkmalschutz-Auflagen, die der Bauherr nun nicht mehr einhalten konnte, da die Bausubstanz beschädigt wurde. Die Polizei ging von Brandstiftung aus, konnte jedoch keinen Tatverdächtigen festnehmen.

Laut dem Stern gibt es allerdings eine Aufnahme von Arafat Abou-Chaker, wie er den mutmaßlichen Brandstifter zur Rede stellen soll. So soll das Feuer Arafat nicht gepasst haben, denn er "mache keine Versicherungsbetrüge". In der Tonaufnahme soll der vermeintliche Brandstifter daraufhin angeblich sagen:

"Aber es ging doch um dieses Denkmal. Jetzt ist der Dachboden nicht mehr Denkmal, und er kann bauen, was er will."

Bislang ist noch nichts bewiese. Gegen den potenziellen Anstifter Bushido und seinen Komplizen wurde allerdings ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, welches Licht ins Dunkel bringen soll.

Into The Blue: Verurteilt wegen versuchten Versicherungsbetrugs

2016 wurde Bushido wegen versuchten Versicherungsbetrugs verurteilt. Damals hatte er bei seiner Versicherung angegeben, es hätte in seinem Aquaristik-Geschäft "Into The Blue" einen Einbruch gegeben. Der Schaden durch die gestohlenen Güter hätte sich auf 360.000 Euro belaufen. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gab bekannt, dass sich nach einer Ermittlung herausgestellt hätte, der Einbruch hätte nie stattgefunden.

Verfahren gegen Bushido: Haftstrafe auf Bewährung

Von Till Hesterbrink am 18.10.2020 - 15:46 Der Rapper Nuke Bizzle scheint noch nicht ganz verstanden zu haben, dass auch die Polizei mittlerweile einen Internetzugang hat. So veröffentlichte er seinen Track "EDD" auf YouTube, in welchem er sich darüber profilierte, während der Corona-Krise massig Geld mit Sozialbetrug verdient zu haben.

Bushido wurde 2016 per Strafbefehl zu einer Gefängnisstrafe über elf Monate auf Bewährung verurteilt sowie einer Geldauflage in Höhe von 10.000 Euro. Die Strafe fiel wohl milde aus, da die Versicherung noch kein Geld ausgezahlt hatte.

Einbruch in Edelbotique für Babybekleidung

2012 wurden Bushido und seine Ehefrau Teilhaber der Edelbotique für Babykleidung "Baby&Luxury". Im April 2015 übergaben die beiden in Begleitung von LKA-Beamten ihren Geschäftspartnern mehrere Hunderttausend Euro in Bar. – Wohl eine Zahlung für eine ankommende LKW-Ladung an Kartons mit Babybekleidung. Laut Stern habe das LKA bestätigt, dass Ermittler der Übergabe beiwohnten.

Die gelieferten Kartons soll allerdings in der darauffolgenden Nacht aus dem Lager des Geschäftes entwendet worden sein. Ein Schaden, den Bushdio wohl der Versicherung meldete, welche gezahlt haben soll.

Der Stern will mit einem Bekannten des Rappers gesprochen haben, der im LKW gesessen haben soll und bei dem Verpacken der Kartons geholfen habe. Angeblich sollen sich die Kartons angefühlt haben, als wären sie leer. Der Bekannte behauptet außerdem, dass Bushido und seine Frau am Tag des Einbruchs Besuch von seinen Geschäftspartnern erhalten hätten, die "ihnen ihren Anteil an dem Deal vorbeigebracht" hätten.

Kriminaltechniker hätten am Tatort wohl "Widersprüche" bei den Einbruchsspuren entdeckt, nachgewiesen werden konnte Bushido jedoch nichts. Ein Ermittlungsverfahren gegen unter anderem Bushdio führte zu keinem Ergebnis und wurde 2017 eingestellt.

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Bushido packt vor Gericht über Schwarzgeld & "Mafiafilme" aus

Bushido packt vor Gericht über Schwarzgeld & "Mafiafilme" aus

Von Michael Rubach am 19.11.2020 - 11:44

Der Prozess gegen Arafat Abou-Chaker vor dem Berliner Landgericht steuert weiter auf den Kern der Anklage zu. Bevor Bushido aus dem Zeugenstand heraus erzählt, wie er von seinem ehemaligen Geschäftspartner womöglich beleidigt, bedroht, eingesperrt und angegriffen worden ist, ging es am Mittwoch um die Vorgeschichte.

Dabei drehte es sich vornehmlich um Geld. An einem anderen Prozesstag berichtete Bushido bereits von einer Vereinbarung mit Arafat Abou-Chaker, die diesem über ein Jahrzehnt lang "30 Prozent von allem" zugesichert habe.

Bushido erzählt von zäher Trennung & "Quatsch aus Mafiafilmen"

Laut Spiegel soll Bushido seinen Geschäftspartner am 24. September 2017 darüber informiert haben, die Business-Beziehung nicht fortsetzen zu wollen. Arafat habe zunächst den Eindruck erweckt, unter gewissen Bedingungen damit einverstanden zu sein. Seine Absicht habe Bushido im November 2017 auch noch einmal gegenüber den Brüdern von Arafat Abou-Chaker wiederholt. Nach Aussage von Bushido sei ihm daraufhin entgegnet worden, dass so ein Vorhaben zum Scheitern verurteilt wäre.

"Egal, was passiert: Es wird kein Bushido ohne Abou-Chaker geben und kein Abou-Chaker ohne Bushido."

Im Dezember habe es ein weiteres Treffen zwischen Bushido und Arafat Abou-Chaker gegeben. Hier sei Bushido als "B*stard" und "H*rensohn" beleidigt worden. Auf eine einvernehmliche Trennung habe fortan kaum etwas hingedeutet. Bushidos Fazit: "Er wollte einfach nicht." Stattdessen soll Arafat Abou-Chaker plötzlich von Schulden gesprochen haben, bei denen dem Berliner Rapper "noch die Augen rausfallen" würden.

Bei einem weiteren Meeting im Dezember habe Bushido sein Handy abgeben müssen. Dies sei öfter vorgekommen. Bushido dazu: "Den Quatsch aus Mafiafilmen haben wir gelebt." Wiederum soll Arafat Abou-Chaker dem mehrfachen Familienvater zu verstehen gegeben haben, dass er ihn als Business-Modell begreift. Die FAZ zitiert Bushido mit den Worten:

"Ich war das Geschäft. Und dieses Geschäft hat Arafat als sein Eigentum angesehen."

Bushido, Arafat Abou-Chaker & "sehr viel Schwarzgeld"

Neben der Darstellung der Trennungsverhandlungen drehte sich am gestrigen Prozesstag offenbar viel um Zahlungen und Investitionen – und besonders um unversteuerte Gelder. Das Leben an der Seite von Arafat Abou-Chaker habe gemäß Bushido nach gewissen Regeln funktioniert. Vor allem bei Clubshows sei Schwarzgeld kassiert worden. Schließlich habe Arafat Abou-Chaker nach den Beschreibungen im Tagesspiegel "sehr viel Schwarzgeld" in das gemeinsame Grundstück in Kleinmachnow investiert.

 "Circa 400.000 Euro habe ich von dir verbaut", lautet ein Satz, dem Bushido seinem jahrelangen Geschäftspartner zuschreibt. Zusätzlich sei noch eine weitere Million von Arafat Abou-Chaker eingefordert worden. Dies bewertet Bushido laut Spiegel rückwirkend als den "größte[n] Quatsch", den er "jemals gehört habe."

Doch Arafat Abou-Chaker habe nicht nur Geld verlangt, sondern auch Geld herausgegeben. Wie die FAZ angibt, bekam Bushido im Keller von Arafat Abou-Chakers Lokal "Papa Ari" einmal 70.000 Euro in bar überreicht. Die Summe hätte als seine Beteiligung an einer Geldstrafe wegen Steuerhinterziehung gegolten, zu der Bushido verurteilt worden war.

Bushidos Zeugenaussage soll am 14. Dezember weitergehen und schließlich zu dem Tag führen, an dem er vorgibt, eingesperrt und attackiert worden zu sein. 15 neue Verhandlungstermine stehen zudem bevor. Zwischenzweitlich konnte der Prozess nicht weitergeführt werden, weil Bushido positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Ein Urteil wird nun erst für den 28. April 2021 angepeilt.


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