"Das wirst du bereuen": Ali Bumaye über den Bruch mit Bushido

Ali Bumaye hielt sich lange aus dem ganzen Trubel um Bushido und Arafat Abou-Chaker raus, doch nachdem das SEK letzte Woche die Wohnung seiner Mutter stürmte, sei für ihn eine Grenze überschritten worden. Nun veröffentlichte er ein elfminütiges Statement zum Beef mit Bushido auf Youtube.

Ali Bumaye: Bushido hatte einen Deal mit Kollegah und Farid Bang

In seinem Video-Statement geht Ali darauf ein, wie der Bruch mit Bushido zustande gekommen sei. Auch der berüchtigte EGJ-Labelsampler kommt dabei zur Sprache. Der ursprüngliche Auslöser für die Trennung soll wohl der Streit mit Kollegah und Farid Bang gewesen sein. Bushido habe damals unnötigerweise öffentlich eine Ansage an die beiden erteilt, dass Laas nicht mehr beleidigt werden solle. Laut Ali hätte man das auch privat klären können, da zu der Zeit noch guter Kontakt zum JBG-Camp herrschte.

Kollegah und Farid ließen sich das natürlich nicht gefallen und so seien Bushido und sein Umfeld zu Zielen auf "JBG 3" geworden. Ali vermutet jedoch, dass Bushido die ganze Situation hinter dem Rücken, der anderen EGJ-Signings mit Kolle und Farid geklärt hätte.

"Dann wollten wir zurückschlagen, musikalisch zurückschlagen. Was macht aber der Häuptling? Macht hinterrücks mit denen... geht der auf L*tsch-Partie und kriecht denen in den Arsch und klärt die Sache hinter dem Rücken von uns allen. [...] Während wir schon im Studio sind und den Sampler am Machen, ist er schon mit denen am Klären."

Dieses Verhalten stieß Ali wohl sauer auf. Er hätte sich beleidigen lassen und wäre bereit gewesen, den Beef für Bushido zu führen, während dieser "wie eine F*tze, wie eine Ratte" seine Kollegen hintergangen hätte. Ali und die anderen Label-Mitglieder seien dahingehend lange im Dunkeln gelassen worden.

Ali ist sich sicher, Kollegah und Farid hätten etwas gegen Bushido in der Hand gehabt oder wären einen Deal eingegangen.

"Ich bekriege irgendwelche Leute für dich, damit du hinterrücks bei denen in den Arsch kriechst, damit die dich nicht dissen. Oder nur so ein bisschen dissen. JBG 3 hat ja jeder gehört. Was war das denn? Da wurde Bushido nicht richtig gedisst."

Als Ali nach "JBG 3" auf Kollegah und Farid Bang losgehen wollte, habe Bushido ihn angeblich angerufen und zurückgehalten.

"Ich weiß noch ein Mal ganz genau, als das Album rauskam [...] da haben wir so in einer Gruppe geschrieben. Und ich meinte: 'Lass ins Studio gehen, ich werde jetzt übertreiben' und so. Da hat er mich noch persönlich angerufen [...] und meinte 'Nein Bruder, warte, warte! Beruhige dich. Mach nicht'. Weil er Schiss hatte, [...] Weil die hatten einen Deal."

Ali Bumaye: "Wenn wir über das Thema Loyalität reden, kann mir keiner das Wasser reichen"

Auch abseits der verbalen Streitigkeiten mit anderen Rappern habe Ali immer zu Bushido gehalten. Beispielsweise damals, als ein Streit auf der FIBO zu eskalieren drohte. All das, obwohl seit drei Jahren kein Geld an ihn geflossen sei. Er habe Bushido sogar einige Zeit nach der Trennung geschrieben und ihn wissen lassen, dass er die Zeit und auch Bushido selbst vermisse. Dieser hätte daraufhin lediglich "Jetzt bekommt jeder, was er verdient" geantwortet.

Der Tropfen, welcher das Fass nun endgültig zum Überlaufen gebracht habe, sei jedoch der SEK-Einsatz vor ein paar Tagen gewesen. Bei diesem sollen angeblich 40 Beamte die Wohnung von Ali gestürmt haben.

"Jahrelang mein Maul gehalten": Ali Bumaye richtet sich nach Großrazzia an Bushido

Gestern wurden das Anwesen von Arafat Abou-Chaker in Kleinmachnow (Brandenburg) und diverse Wohnungen sowie Geschäftsräume von der Polizei durchsucht. Im "ZDF-"heute journal" war von einer "Großrazzia in der Rapperszene" die Rede. Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt unter anderem wegen des Verdachts auf Steuerbetrug und Geldwäsche. Dabei wurde wohl auch Ali Bumayes Mutter von den einrückenden Ermittlern überrascht.

Von nun an sei er auch Teil des Beefs. Sowohl auf musikalischer Ebene als auch seinen Social Meida-Kanälen. Er wolle ab jetzt immer wieder Video-Statements veröffentlichen und Dinge aus der Vergangenheit aufdecken. Man solle Fragen an ihn schreiben, er würde dann auf die jeweiligen Top-Kommentare eingehen und antworten.

Zuletzt gab es bereits einen Diss-Track von Arafat-Signing Level an Bushido:

LEVEL - #KingSushido (Bushido Diss) [Video]

Von HHRedaktion am 13.06.2020 - 13:37 Am gestrigen Freitag veröffentlichte Nu51 von der Bantu Nation seinen Disstrack "Patricia" gegen Fler. Der Berliner reagiert auf Insta mit einem kleinen Story-Beitrag und offenbar in einer Telegram-Gruppe auf die Zeilen aus NRW.

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Fler, Manuellsen & Farid Bang trauern: Wer war Gillette Abdi?
Tod

Fler, Manuellsen & Farid Bang trauern: Wer war Gillette Abdi?

Von Michael Rubach am 22.10.2020 - 14:31

Gillette Abdi galt schon als Meme, als sich dieser Begriff noch gar nicht bei der breiten Masse durchgesetzt hatte. Nun ist er offenbar verstorben. Meme-Pages berichteten zuerst von seinem Ableben. Gillette Abdi soll an Kehlkopfkrebs gelitten haben. Er saß wohl seit Längerem im Rollstuhl, wie 2019 ein "come back video" offenbart. Vor über fünf Jahren begann Abdi, sich mit sonderbar aggressiven Ansagen nachhaltig ins Gedächtnis der Deutschrap-Community zu brennen.

Gillette Abdi rasierte gegen den Strich

In nahezu allen Ecken des Internets trauern Menschen in den letzten Tagen um Gillette Abdi. Ein Video von Memo.Rapcheck, das den Tod thematisiert, stand zeitweise an der Spitze der YouTube-Trends. Vordergründig die Deutschrap-Community scheint einem Kieler Jungen zu gedenken, der mit seinen Sprüchen unvergessen bleiben dürfte. Wenn irgendwo eine Rasur ansteht - egal ob mit oder ohne Shampoo - schwingt ein bisschen Abdi mit. Seinem oft zitierten Ausdruck "Pimmelberger" widmete der immer trendbewusste Money Boy seinerzeit sogar einen eigenen Song.

Und ja "Amina koyim" – Abdi fluchte extrem viel. Seinen Auftritten verpasste er durch das wilde Herumfuchteln mit Waffen noch mehr Absurdität. Die Tonspur eines kurzen Clips, der sämtliche Trademarks von Abdi vereint, landete damals unter allerlei Filmszenen (hier ein Best-of). Abdi entwickelte sich in Windeseile zu einer skurrilen Kultfigur des Facebook-Zeitalters.

Doch Abdi war auch Teil einer Marketingmaschinerie. Personen aus seinem Umkreis versuchten offenbar, aus dem Hype Kapital zu schlagen. Abdi gab Interviews, tourte durch Deutschland und wiederholte ständig seine Slogans. Für sich selbst sprach er dabei mutmaßlich selten. Die Vice schrieb 2015 über Abdi, dass dieser ein "Leben als Tanzbär in Ketten" führe. Auf was diese Formulierung abzielt, erschließt sich bei einem Blick auf Abdis musikalischen Output. So taucht er als Feature auf dem Track "31er" mit dem Rapper Massoud auf. Der Song bietet Abdi allerdings ausschließlich Platz für seine bereits bekannten Sprüche.

Es verstärkte sich zunehmend der Eindruck, dass Abdi ins Rampenlicht geschubst wurde. Auch die Frage nach seiner geistigen Verfassung geriet immer wieder ins Blickfeld. Damals bestritt TV Strassensound im Zuge eines Interviews, dass Abdi von seinem Management instrumentalisiert werde. Er tue "alles freiwillig" und wolle "entertainen", hieß es in einem Statement. Wenige Auszüge des Gesprächs sind noch auf YouTube zu finden – das komplette Video nicht mehr.

Ebenfalls erwähnenswert: Als Fler und Farid Bang keine Super-Buddies waren, mischte Gillette Abdi beim Beef zwischen Berlin und NRW mit. So holte der Banger Musik-Boss Abdi vor die Kamera, damit dieser eine Ansage gegen den Maskulin CEO formuliert. "Wir stechen dich ab, amk", ließ Abdi verlauten. Auch auf Kay One hatte er es abgesehen. Er vermittelte mit einer Waffe in der Hand, dass er selbst "asozialer als das ganze Jobcenter" sei und vor gar nichts zurückschrecke. All diese Momente wirken unweigerlich komisch, da Abdis bedrohliche Aussagen kaum mit seinem Erscheinungsbild in Einklang zu bringen sind. Bundesweit sorgte er so für einige Lacher. Inwiefern es sich dabei um gezielte Comedy gehandelt hat, bleibt Abdis Geheimnis.

Mois, Farid Bang, Fler & mehr nehmen Abschied

Die Anteilnahme am Tod von Gillette Abdi reicht bis in die obere Etage der Deutschrapszene hinein. Offenbar hat die traurige Nachricht Erinnerungen hervorgeholt. Farid Bang richtete via Insta-Story "Beileid an seine Angehörigen" aus. Manuellsen schaute ebenfalls via Instagram zurück auf eine Phase, in der Abdis Sprüche in den Shisha-Bars der Nation kursierten. Der Ruhrpottler hofft: "[...] möge Allah deiner Seele gnädig sein". Sinan-G verabschiedete sich mit einem gemeinsamen Foto von der "Legende".


Foto:

Screenshot via instagram.com/sinang45

Fler nimmt dem Verstorbenen die harten Ansagen der Vergangenheit nicht krumm. Er drückte sein Mitgefühl auf Twitter aus.

Auch Mois nutzte einen Moment vor dem Beginn eines Streams, um kurz auf den Tod von Gillette Abdi einzugehen. Der Familie der "Facebook-Legende" spricht er dort sein "herzliches Beileid" aus.

Auf einer der diversen Facebook-Seiten, die in Zusammenhang mit Gilette Abdi stehen, bedankt man sich für die vielen Beileidsbekundungen. Ruhe In Frieden!

"Danke an jeden der unseren Abdi liebte und respektierte... Ruhe in Frieden Abdi. Wir werden dich sehr vermissen Abdi. Bald kommen einige Erinnerungs Bilder von dir, da wir dich niemals vergessen werden Abdi du bleibst in unserem Herzen. Inshallah bist du jetzt an einem besseren Ort"


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