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Yung Hurn - GGGut (Official Video) (prod. Stickle)

Yung Hurn ist endlich bereit für sein Debütalbum. Einigen EPs, Mixtapes, einer Kompilation und etlichen Songs wird im Frühjahr 2018 die erste LP des Wieners folgen, die die Heimat schon im Titel trägt: "1220" ist die Postleitzahl von Donaustadt, dem 22. Bezirk der österreichischen Hauptstadt.

Zur Ankündigung der Platte wird gleich auch eine Single geliefert: Yung Hurn geht's "GGGut". Er nuschelt und singt sich gewohnt unkonventionell durch einen federleichten Beat von Stickle. Wenn "Ok cool" aus dem August nicht auf "1220" landen sollte, hören wir hier wohl die erste Single.

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Love Hotel [Explicit]
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23.12.2017 - 12:15

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Mehr als ein Single-Ranking: 10 persönliche Highlights des Jahres 2017

Mehr als ein Single-Ranking: 10 persönliche Highlights des Jahres 2017

Von Michael Rubach am 25.12.2017 - 20:34

Es war ein ereignisreiches Jahr. Nun wird Bilanz gezogen und daher hagelt es hier eine Top 10 mit subjektiven Einschätzungen. Diese Auflistung ist kein Ranking, sondern ein Einblick in meinen Kopf. Es geht dabei nicht darum, konkrete Alben zu bewerten oder Singles in eine Reihenfolge zu drücken. Nein, es sind die zehn Dinge aus den unendlichen Weiten des Hiphops, die mir nachhaltig mein Jahr 2017 versüßt haben. Kann man mögen, kann man haten, kann man lassen – ich hatte aber Bock drauf.

Viel Spaß mit den Highlights 2017 von Michael Rubach aus der News-Redaktion:

Flizzy und seine Friedensmission

Niemand hat das Interview-Game so verstanden wie Fler. Sein regelmäßiger Realtalk ist über die Jahre zur abendfüllenden Premium-Unterhaltung angewachsen. Im Jahr 2017 gab es dann aber kein episches Interview mehr und keine abgefilmten Wutausbrüche. Stattdessen erlebte der Beobachter Fler auf einer Art Friedensmission.

Was nie für möglich gehalten wurde, passierte - Fler und die ehemaligen Erzfeinde aus dem Großraum Düsseldorf (speziell aus dem Viertel Derendorf) näherten sich erst an und vertieften ihr Beziehungslevel fortan immer mehr auf Buddy-Niveau. Bisher ist nichts Falsches hinter dieser Versöhnungsaktion auszumachen. Parallel dazu gerät Flers Wesen um einiges reflektierter. Alles an der Außendarstellung von Flizzy wirkt eine Spur erwachsener und weniger impulsiv und aufbrausend.

Das Temperament bricht dann und wann natürlich noch durch. Zu einem Deutschrap-Gandhi ist es noch ein weiter Weg, aber die neue Gelassenheit des Realtalk-Kings war für mich ein Highlight im Jahr 2017. Selbst mit spitzfindigen Persönlichkeiten wie Jan Böhmermann scheint Fler kein Problem mehr zu haben. Hinfahren, auftreten, wegfahren – es geht um Business und nicht um den nächsten Skandal.

Ahzumjot

In Sachen Innovation kann kaum jemand mit Ahzumjot mithalten. Streaming wird größer und größer und der ewig junge Alan hat das kapiert. Sein Album "Raum" ist als Playlist angelegt, die er nach und nach vervollständigt. Das musikalische Allround-Talent produziert selbst und baut Beats, die so hierzulande schwer zu finden sind. International ist der Maßstab und die "Geier" kreisen bereits gierig über dem kreativen Mastermind.

Dazu hält er den Output enorm hoch. „Raum“ stellt das fünfte Release in den letzten zwei Jahren dar. Die Fashion- und Stiltrends adaptieren wohl wenige da draußen derart unaufgeregt und geschickt. Der Drop vom Major scheint eine künstlerische Kraft freigesetzt zu haben, die bitte niemand zu bändigen braucht. Das wäre ziemlich "Minus".

Das Format EP

Eine EP schafft es immer häufiger das zu erreichen, was eigentlich Alben leisten sollten. Früher nur als Vorgeschmack für ein größeres Projekt, heute mehr und mehr für sich stehend – das Mini-Format ist auf dem Vormarsch. Für Künstler und Konsument liefert es einen ziemlich klaren Leitfaden. Anfang, Mitte und Ende sind viel einfacher auszumachen, wenn nicht 17 Tracks nach Ordnung schreien. Lückenfüller bleiben meist Mangelware und durch die Knappheit so eines Releases lassen sich kreative Stolpersteine gut umgehen.

Ob nun Dissythekid, Audio88, OG Keemo, Yung Hurn oder Haiyti – alle diese recht unterschiedlichen Künstler haben 2017 EPs vorgelegt, die für mich wirklich eine Atmosphäre erschaffen haben. Die kürzeren Projekte stellen all das bereit, was ich mir von einem Album Wünsche. Die Knappheit sorgt für einen roten Faden und schließt Langeweile nahezu aus.

Fünf bis sieben Songs, die knallen, gefallen mir deutlich besser als eine krampfhaft gestrecktes Platte. Statt einen Song für die Hood, einen für das wahre Girl und einen für die Jungs höre ich lieber einem schlüssigen Konzept zu, wie es sich entfaltet. Alltime-Favorit bleibt die "Grim104"-EP aus dem Jahr 2013. Mehr Erzählkunst ist mir selten begegnet.

Travis Scott in Ekstase

Ja, es ist sicherlich keine klassische Rap-Show, die diese neue Rap-Generation bietet. Ein DJ und ein Mic ist irgendwie zu wenig geworden. Es geht um mehr. Es geht um Energie. Energie auf der Bühne. Energie im Publikum. Dieses Spiel mit den Kräften on- und off-stage beherrscht wohl kaum einer so gut wie Travis Scott. Seine Auftritte sind Abrisse par excellence. Der Texaner rastet aus und das Publikum geht mit. Der Rausch wird zum kollektiven Gefühl und alles brennt lichterloh.

Ich durfte beim Openair Frauenfeld Zeuge werden und kam nicht darauf klar. Straight up! Wer jetzt aber glaubt, dass der US-Rapper nicht rappen kann, der schaue sich diese XXL Freshmen-Cypher an. Alles gekillt! Die "Goosebumps"-Weltrekorde sind quasi die Kirsche auf der Adrenalin-Torte des Jahres 2017. Mein Lieblingssong der letzten 12 Monate stammt ebenso von La Flame. "Butterfly Effect" wird nie mehr aus meinem Gehörgang verschwinden. Dass "Huncho Jack, Jack Hancho" ein bisschen langweilt, sei verziehen. Feuer, Moshpit, Turn-Up tragen weiterhin einen Namen – Travis Scott!

Conscious-Rap-Experimente

Oft merkt man erst nach gefühlten Ewigkeiten, wer die Vorreiter für neue Sounds waren. Das war mit Kanyes "808's & Heartbreaks" so und das könnte nun mit Vince Staples ähnlich laufen. Sein Album "Big Fish Theory" ignoriert einfach alles links und rechts neben dem Hype-Train. Es dürfte die letzten Jahre kaum ein Album mit so einem Sound gegeben haben. Da hat wer Industrial entdeckt und bringt es auf eine Rap-Platte.

Okay, hat Kanye auf "Yeezus" auch schon getan, aber es findet dort bei Weitem nicht auf Albumlänge statt. Blechern und mit kühlem Krachen feuert Vince Staples seine Hood-Poesie auf den Takt. Natürlich machte Kendrick Lamar machte im Jahr 2017 ebenso kein simples Trap-Album und auch keinen Boom Bap-Sicherheitsmove. Der wohl aktuell weltbeste Rapper untermauert seinen Status mit großer Experimentierfreude, ohne an inhaltlichem Gewicht zu verlieren. Kalkulierte Einfachheit steckt nicht in seiner "DNA.". Dafür chapeau!

Lebemann Action Bronson

Da ist eine Sache, die könnte ich den ganzen Tag tun. Nein, es geht nicht darum, an mir rumzuspielen. Es wäre mir ein inneres Blumenpflücken 24 Stunden am Tag Action Bronson dabei zuschauen zu dürfen, wie er sich super high, super viele und super teure Lebensmittel reinzieht. Kaum jemand bringt die Liebe zum Leben besser rüber als der Ex-Koch, Teilzeit-Rapper und Showmaster.

Dass seine Musik davon nicht unbeeinflusst bleibt, ist leider nicht von der Hand zu weisen. "Blue Chips 3000" konnte erschreckend wenig, außer für ein paar Grinser durch innovative Videokonzepte zu sorgen. Vielleicht besinnt sich Bronson irgndwann mal wieder auf seine Rap-Fähigkeiten. Solange er sich jedoch derart unterhaltsam die Muscheln in Pariser Edelrestaurants genehmigt, ist mir das vorläufig egal. F*ck, that’s delicous!

Yung Hurn soll machen, was er will

Das Jahr 2017 war auch ein Jahr des Wiener Ein-Mann-Kunst-Projekts. Ob cheesige Musik mit der Love Hotel Band, Weihnachtskalender, stilechte Parteiwerbung oder unverständlich "GGGute" Songs vor Jahresende – jeder Output von Hurn oder seinen anderen Künstlerpersönlichkeiten strotzt vor Freiheit. Niemand scheint sich selbst so treu zu bleiben und anscheinend genau entsprechend seiner Stimmung Kunst zu machen.

Das mag eigenartig, wirr und komisch wirken und vielleicht hat es immer weniger mit klassischem Rap oder irgendwelchen Schubladen zu tun, aber es funktioniert. Yung Hurn ist Yung Hurn oder K. Ronaldo oder Fiona Swarovski Jr. und so ist es perfekt. Wer dachte "Nein" wäre eine minimalistische Eintags-Cloudrap-Parole, den straft der Österreicher regelmäßig Lügen. Mit Stickle am Beat gelingt es Falco 2.0 neue simpelste Wort-Konstruktionen zu etablieren, die null verkrampft erscheinen und einfach hängen bleiben. Was er anfasst, wird lässig. Wer kann das schon von sich behaupten?

Der neue R'n'B

Neben Rap existiert ein Spektrum an Musik, dass wohl als so etwas wie Neo-R'n'B durchgeht. In diesem Genre an der Schnittstelle zum Rap lagen viele meiner musikalischen Perlen des Jahres. Ganz weit weg von der schmusigen Bettlaken-Musik hat sich eine Bandbreite an Künstlern positioniert, die Songs machen, statt schmierige Liebesphantasien zu vertonen. Top Dawg Entertainment-Signing SZA brachte mit "CTRL" quasi ein weibliches Gegenstück zu Frank Oceans Überalbum "Blonde" an den Start und ist zu recht für den Grammy nominiert. Der Meister selbst hatte auch ohne Album seine Hits. "Biking", "Chanel" oder "Lens" liefen bei mir auf Dauerrotation und outen Frank als einen Songwriter der Extraklasse.

Dazu kam Anfang des Jahres das Album "Process" von Sampha, das immer noch viele andere diesjährige Releases in den Schatten stellt. Der stille Helfershelfer von Drake, Kanye oder Solange Knowles brilliert auf seinem Debütalbum und singt Songs, die unwirklich schön und monströs klingen. Auch Miguel bewegt sich in diesen Fahrwassern. "Skywalker" ist ein Über-Song und kommt mit Homeboy Travis Scott.

Das Trettmann-Märchen

Geschichte von Trettmann ist so fantastisch, dass sie am Rande der Unglaubwürdigkeit steht. Aber die Dinge sind wirklich so gelaufen. Ausgehend von der Beteiligung an "Palmen aus Plastik", mehreren EPs (geiles Format) und der gelebten "#DIY"-Mentalität brachte Tretti wohl das rundeste Album des Jahres raus.

Gzuz zerstört auf Autotune, der Club wird abgerissen und der Melancholie Tür und Tor geöffnet. Das alles geschieht auf einer Platte. Dabei kommt nie der Verdacht auf, dass die Songs irgendwie kalkuliert oder – viel schlimmer – banal klingen. Die Kitschkrieg-Familie erschafft eine total geschlossene Soundlandschaft auf der Trettmann fast mehr Liedermacher als Rapper ist. Worte und Vibe bilden eine Einheit. Außerdem ist es der schöne Beweis, dass man es immer schaffen kann. Egal wann, egal wie – die Mucke muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Und dieses Momentum stimmte beim Chemnitzer. Big up!

Emo-Rap aus den Staaten

Den Tod eines jungen Rappers in den Kontext von Jahreshighlights zu setzen, wirkt auf den ersten Blick ein wenig deplatziert. Das viel zu frühe Ableben von Lil Peep ist hier aber nicht der Punkt. Die Musik, für die Gustav Åhr stand, ist für mich eine der positiven Erscheinungen des Jahres. Dabei thematisieren die Tracks zuhauf innere Abgründe, denen man selbst nicht begegnen möchte. Der Emo-Rap, oder welche Schublade man auch immer dafür aufmacht, transportiert eine unnachahmliche Stimmung.

Die Soundcloud-Welt, aus der beispielsweise die $uicideboy$ Boys, Lil Peep oder Lil Uzi Vert entstammen, ist ein unübersichtliches Durcheinander voller solcher Perlen. Die genannten Artists schaffen es herauszustechen, indem sie gleichzeitig roh und melodiös agieren. Die in den Lyrics formulierten Gedanken haben zudem weit weniger mit einer Todessehnsucht gemein, als den Anschein macht. Die bitter-süße Atmosphäre sucht seinesgleichen und wer sich mal eine Live-Show der $uicideboy$ vergegenwärtigt, der erkennt mit Sicherheit keine Todesmesse, sondern einen äußerst vitalen Mob.


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