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Die erste Folge in 2017 und wir starten ganz smooth mit Tory Lanez. Wir haben zwei exklusive Songs von Haiyti und Estikay im Gepäck, und es ist uns ne große Freude euch die beiden Tracks als Weltpremiere vorstellen zu dürfen. Rooz Lee erzählt uns ausgiebig mit welchem Song er Rap für sich entdeckt hat und wir rätseln ein bißchen welche Seite Axel Schulz und Henry Maske im Soulja Boy Vs. Chris Brown Beef einnehmen werden. Außerdem tauchen wir in die Zeit der Ringtone-Rapper ein und stellen uns vor wie Freestyle-Battles in der Küche von The Weeknd wohl ablaufen.

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23.01.2017 - 18:27

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"Musik ist Nebensache": Haiyti über das Major-Business, Gangsta-Pop und ihr Leben als Geschäftsfrau (Interview)

"Musik ist Nebensache": Haiyti über das Major-Business, Gangsta-Pop und ihr Leben als Geschäftsfrau (Interview)

Von Michael Rubach am 21.01.2018 - 19:21

Wer ein bisschen wachsam durch die Medienlandschaft läuft, hat es sicherlich mitbekommen – Haiyti hat ihr Major-Debüt "Montenegro Zero" rausgehauen. Auf zwölf Tracks erzählt sie von den großen und kleinen Träumen in einer eigenst designten Gangsta-Pop-Welt. Dabei bleibt musikalisch kaum ein Stein auf dem anderen und auch inhaltlich ist erlaubt, was gefällt. Der erste größere Charterfolg nach zahllosen Untergrundhits steht ebenfalls schon fest. Grund genug, um mit der ungekrönten Trap-Queen über die veränderte Labelsituation, künstlerische Freiheit und ihre tagtägliche Inspiration zu sprechen.

Wie fühlt sich die erste richtige Promophase an?

Haiyti: Ich fühle es nicht. Ich hab gerade meinen Manager gefragt: "Warum sind die Leute aufgeregt?" Es ist ja nicht so, dass von heute auf morgen ein Album rauskommt. Ich hab die Platte ungefähr vor einem halben Jahr in einer Zeit von drei Wochen aufgenommen. Da war ich noch ein bisschen aufgeregt. Seitdem überhaupt nicht mehr.

Aber du bringst es jetzt auf eine andere Art und Weise auf den Markt als deine Projekte zuvor. "Montenegro Zero" erscheint nicht über Nacht oder mit nur einer Woche Vorlauf.

Ich merke diese Promophase nicht. Ich fühle das nicht. Ich frage mich schon, ob ich Autist bin.

Ich finde, deine Kunst wirkt ziemlich spontan und freigeistig. Wie gehst du mit solchen analytischen Feuilleton-Beiträgen wie beispielsweise jüngst in der "Zeit" um?

Ich lese mir das nicht durch, obwohl ich Fan von Daniel Haas [Autor bei der Zeit; Anm. d. Red.] bin. Irgendwann lesen mir das Leute vor und dann freue ich mich. Von dieser Analyse habe ich schon gehört. Wieso nicht? In einem Jahr bin ich vielleicht eh wieder wer ganz Anderes. Mit solchen Erklärungen wird versucht, das Ganze für das Volk leserlich und greifbar zu machen.

Bedeutet es dir irgendwas, dass du momentan vermehrt in solchen eher bildungsbürgerlichen Medien stattfindest?

Dort arbeiten nun mal Leute mit Klasse und Geschmack. Natürlich kommen die auf mich zu. Meine Pyramide geht von oben nach unten.

Gibt es schon eine Reihe älterer Fans aus dem sogenannten 'Bildungsbürgertum'?

Die Leute, die was zu sagen haben, feiern mich halt. Es feiern mich nur noch nicht die Leute, die im Bus ganz hinten sitzen. Aber das ist nicht so schlimm. Ich sitze ja selbst oft im Bus ganz hinten.

HAIYTI - 100.000 Fans (Official Video)

Haiyti - 100.000 Fans | Das neue Album "Montenegro Zero" jetzt vorbestellen: http://www.haiyti.de "Montenegro Zero" erscheint am 12.01.2018.

Hat sich irgendetwas durch den Major-Deal im Vergleich zu früher verändert?

Ja, ich hab jetzt einen Job (lacht). Ich bin mein eigener Manager. Man muss Geschäftsfrau sein. Wenn du nicht selber denkst, wird für dich gedacht. Ich lasse nicht entscheiden. Ich mache alles selber. Ich suche mir meine Manager aus. Ich suche mir meine Interviewpartner aus, meine Videoleute, meine Features, meine Studios. Wobei, was das Studio angeht – da muss ich nehmen, was kommt. Das ist immer noch ein Hustle. Eigentlich hab ich alles, wovon andere Menschen träumen: Roter Teppich, Ansehen und Promi-Fans. Was ich nicht habe, ist eine Wohnung und ein Studio (lacht).

Du hast keine Wohnung?

Ja, gerade nicht. Ich muss wieder ausziehen. Sagen wir mal so: Ich habe keinen Mietvertrag. Aber ich glaube, Gringo hat auch keinen Mietvertrag (lacht). Schöne Grüße an Gringo! [Vermutlich Gringo44; Anm. d. Redaktion]

Also lebst du die komplette Do It Yourself-Mentalität, wie sie beispielsweise auch Trettmann verkörpert?

In Bezug auf sein Label ist Trettmann DIY, was das reale Leben betrifft, bin ich es.

Sind Privatperson und Künstlerin bei dir deckungsgleich?

Bei mir ist es so: Ich versuche, mich irgendwie aufgeräumt zu zeigen, aber im Endeffekt geht alles nach hinten los. Die Leute denken, ich habe dies und jenes, aber in Wirklichkeit mache ich die ganzen Videos mit einem zugelaufenen Punk, den ich an meiner Uni kennengelernt habe. Den habe ich mit nach Kroatien genommen und da das "Gold"-Video gedreht. Wenn ich eine Filmproduktionsfirma wie beim ersten Song "100.000 Fans" habe, stört es mich schon, dass ich an einem bestimmten Tag, zu einer bestimmten Uhrzeit an einem bestimmten Ort sein muss. So kann ich schwierig arbeiten, aber ich muss, um eine höhere Qualität zu erzielen. Am liebsten arbeite ich aber komplett nach Gefühl. Deswegen mache ich auch alles selber, weil ich mich sonst an Termine halten müsste. Ich will öfter Sachen absagen, weil mir der Stress zu viel wird. Theoretisch habe ich schon Bock, aber wenn ich an einem Tag schlecht drauf bin, muss ich trotzdem zum Arte-Video-Dreh erscheinen. Und an dem Punkt wird es anstrengend.

Strebst du nach maximaler Freiheit?

Ich wünschte, ich wäre zuverlässiger, aber es ist so viel los. An manchen Tagen schaffe ich genau eine Sache und mehr nicht. Musik ist wirklich Nebensache. Der Satz trifft am meisten in meinem Leben zu: "Musik ist Nebensache!" Ich bin beschäftigt mit all dem anderen Kram in meinem Leben und ich habe kein leichtes, aber so ist das Business.

Du machst ja ziemlich viel Musik. Da fragt man sich, wo die Zeit für die anderen Dinge bleibt?

"Montenegro Zero" ist in drei Wochen entstanden. Da habe ich dann mal Musik gemacht. Das war im April. Anschließend war die ganze Festival-Saison im Sommer und jetzt bin ich wieder dabei, neue Songs zu produzieren.

Woher nimmst du all die Inspiration?

Meine Bücher sind wieder voll (lacht). Mir passieren jeden Tag richtig verrückte Sachen. Ich könnte eine Story darüber schreiben, wie ich in den lumpigsten Klamotten in den Supermarkt gehe und Einwegrasierer, Deo, Zahnbürste, Zahnpasta und Vitaminwasser einkaufe. Dann gehe ich an die Kasse mit diesem Dress und der Kassierer sagt: "Schickes Outfit und mach' nicht so doll!" Das finde ich lustig. Das ist doch das Starterpack für Berlin, oder nicht? Dieses richtige One-Night-Stand-Starter-Pack – ohne One-Night-Stand. Die Welt ist voller Stories. Du gehst eine Straße entlang und schon hast du wieder drei neue Geschichten. Die Frage ist, ob du sie erzählen willst. Oder ob du stark genug bist, sie zu erzählen.

Wenn du dich so gerne frei entfaltest: Wie läuft da die Zusammenarbeit mit KitschKrieg?

Da ging alles sehr flott. Drei Wochen war ich in Berlin und habe bei einer Freundin gewohnt. Ich habe einfach Songs gemacht. Die Beats waren schon da. Das ist ja sehr exklusiv, was die Jungs von KitschKrieg bereitstellen. Ich habe dann genommen, was da war. Fertig. Es sollte ein Pop-Dirty-South-Album werden und ist es auch geworden. Die Waage des Albums stimmt.

Manche Beats klingen gar nicht nach KitschKrieg, sondern nach Pop-Elektro-Experimenten aus anderen Jahrzehnten.

Da habe ich KitschKrieg gesagt, was ich in Farbe und Material haben will und meistens verstehen sie das dann auf Anhieb.

Gerade so ein Song wie "Berghain" – das könnte ich mir musikalisch bei Trettmann nie vorstellen.

Fizzle [KitschKrieg-Member; Anm. d. Red.] hat drei Monate nach diesem Sample gesucht. Das ist dann so Nerd-Arbeit. Das Sample war am Anfang auch ein ganz anderes, es gibt zwei Versionen von "Berghain". Vielleicht bringe ich die erste nochmal raus. Die ist noch schrammiger. Das hört sich wirklich nach Hinterhof-Punk-Garage an, wo einer sein erstes Riff übt.

Warum dieser Sound? Du hättest ja auch auf Nummer sicher gehen können.

Ja, das wollte ich auch. Ich meinte: "Lasst mal bitte ein normales Album machen." Aber wir haben es einfach nicht geschafft. Ich wollte ganz normal Dancehall machen. Ich komm auch aus dem Dancehall. Ich bin die Einzige in Deutschland, die wirklich seit ihrer Jugend im Dancehall verwurzelt ist. Ich habe mit 16 Jahren einen Dancehall-Song gemacht. Das ist schon zehn Jahre her.

Ist der noch irgendwo zu finden?

Nö.

Anfang 2017 hast du auf der Trettmann-Tour in Hamburg nach ihm gespielt. Ein Jahr später ist er quasi der Liebling aller und hat gerade den Hiphop.de Award für das Album des Jahres gewonnen. Wie bewertest du rückblickend seinen Erfolg?

Ja, der beliebteste Rapper aus Deutschland – so will ich nicht enden. Finde ich nicht schlimm, vor ihm zu spielen. Auf der Tour haben wir das aber eher so gemacht, dass wir uns von Stadt zu Stadt abgewechselt haben.

Setzt dich das unter Druck, dass er so erfolgreich geworden ist?

Nö, das freut mich. Er hat es verdient. Ich finde, er ist ein super Sänger. Die beste Stimme aus Deutschland. Da kann AnnenMayKantereit einpacken. Also, ich kann nicht einpacken, aber alle anderen schon (lacht). Man weiß ja, wie Erfolg entsteht. Das ist eine Mathematik-Aufgabe. Wenn die Leute dich feiern, dann wirst du gepostet und geklickt. Es hat was mit Zeitgeist, Glück und Durchhaltevermögen zu tun. Dieses Berechnende findet bei mir nicht statt.

Haiyti - Gold (Official Video)

Haiyti - Gold | Das neue Album "Montenegro Zero" jetzt vorbestellen: http://www.haiyti.de Getrieben vom Wahnsinn und auf der Suche nach einem kostbaren Schatz macht Haiyti wieder Geschäfte mit dem Schicksal! Zwischen Wind und Rausch und einem Sonnenuntergang an der Adria bemerkt sie, dass das „Gold der Welt" doch wertlos sein kann.

Willst du zukünftig weiter deine eigene Sparte Gangsta-Pop bedienen oder geht es musikalisch bald wieder in eine rohere Richtung?

Weiß ich noch nicht. Für den Mainstream ist Gangsta-Pop natürlich das Hype-Ding, aber ich mach gerade wieder Dirty South-Tracks.

Wenn du das Album schon seit einem Jahr fertig hast, kann man demnächst auch wieder mit EPs rechnen?

Nach dem Album wird sofort nachgelegt. Nicht, weil ich das will, sondern muss.

Wie wichtig sind dir dabei Lyrics? Mir kommen deine Songs ähnlich wie bei Yung Hurn sehr assoziativ vor.

Ja, das ist alles Freestyle. Ich schreibe meistens nur im Studio. Ich nehme diese Arbeit nicht mit nach draußen. Wenn Ideen kommen, kommen sie. Dann schreibe ich sie auf und ansonsten entsteht alles im Prozess.

Der letzte Song "American Dream" aus "Montenegro Zero" hat mich ein bisschen in der Herangehensweise an Young Thug erinnert.

Das ist cool. Schreib das mal.

Hattest du den gar nicht auf dem Schirm?

Ich habe gar nichts auf dem Schirm. Das ist zum Beispiel Freestyle gewesen.

Hast du ganz klassisch Vorsätze für 2018?

Noch ein Album und zwei EPs. Und ich möchte nach New York reisen.

Einfach Urlaub?

Mit Young M.A chillen.

Ich drücke die Daumen. Danke dir für deine Zeit und viel Erfolg mit der Platte!

Danke!


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