CHERBOURG FAIT LE MUR - DRAGON BALL Z

Ein Strand, der in der Sommersonne so sehr strahlt, kann im Winter ganz schön kalt und verlassen wirken. Wenn dann noch ein grauer Betonklotz in die Tristesse ragt, dann ist der Wintermodus real. Gegen grauen Beton kann nur Kunst etwas ausrichten. Das dachte sich offenbar auch das französische Street-Art-Duo Blesea und Baby K und ließen sich für eine Betonhütte an der Küste des Städtchens Reville in der Normandie etwas verdammt ausgefallenes einfallen: Sie nutzten das leicht in das Meer ragende Stück Beton so geschickt aus, das am Ende der Drache Shenron, der Kennern aus der Serie Dragonball bekannt ist, an der Wasserlinie lauert. So gelingt es den beiden das im Ursprung sehr urbane Phänomen der Street-Art in eine ländliche Umgebung zu integrieren. 

Winterlich eingepackt und mit Leitern, Skizzen sowie Farbrollen bewaffnet machen sich die beiden ans Werk, bis einige Sonnenauf- und Untergänge und Gezeiten später der Drachengott seelenruhig am Wasserrand liegt.  

01.01.2018 - 15:07

Kommentare

"Kenner" nennen ihn auch gerne mal "Shenlong"...

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Streetart-Künstlerin Barbara wirft Facebook & Instagram "willkürliche Zensur" vor

Streetart-Künstlerin Barbara wirft Facebook & Instagram "willkürliche Zensur" vor

Von Clark Senger am 15.01.2018 - 13:58

Auch wer sie nicht abonniert hat, wird in seinem Facebook-Feed schon auf Werke von Barbara gestoßen sein. Die Streetart-Künstlerin interagiert mit dem öffentlichen Raum, um positive, lustige und nicht selten auch politische Botschaften zu verbreiten. Oft geht sie (oder er – wer weiß das schon) mit ihren Beiträgen viral – so auch jetzt.

Gestern meldete Barbara sich erstmals im neuen Jahr zu Wort und kritisierte das Vorgehen von Facebook und Instagram gegen einige ihrer Bilder in der letzten Zeit:

In den letzten Wochen haben Facebook und Instagram zahlreiche Beiträge von mir gelöscht, weil sie angeblich gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen. Dabei wurde mir gedroht, dass mein Account gelöscht wird, wenn das nochmal passiert. Es waren (aus meiner Sicht) völlig harmlose Beiträge, die sich gegen rechtsradikale Schmierereien und diskriminierende Schilderbotschaften gerichtet haben, ihr kennt meine Arbeit.

Das Problem scheint das Netzdurchsetzungsgesetz (NetzDG) zu sein, das im vergangenen Jahr beschlossen wurde und zum 1. Oktober in Kraft getreten ist. 2018 wird es jetzt ernst, unter anderem da der neue Halbjahresbericht erstmals für die Zeit von Januar bis einschließlich Juni fällig wird. Problematische Beiträge müssen zudem in der Regel innerhalb von 24 Stunden gelöscht werden. Eigentlich hatte das Gesetz es wohl als Ziel, Hass und Diskriminierung im Netz einzuschränken. Der Schuss könnte aber gehörig nach hinten losgehen.

Privatfirmen seien für das Löschen der Beiträge verantwortlich, kritisiert Barbara. Wenn nun Beiträge irgendwo in einer Grauzone zwischen Hass und Meinung oder Meinung und kontroverser Satire liegen, wird unter Umständen im Zweifel gegen den Beitrag entschieden. Was weg ist, kann keine Probleme machen – so könnte man sich die Vorgabe vorstellen. Ein Blick auf die gelöschten Bilder von Barbara zeigt, wie viel Arbeit man hier noch vor sich hat, um ein gut funktionierendes System zu etablieren:

Oder die Leute sind mit der Funktionsweise des Systems zufrieden und die (Meinungs)Freiheit in den sozialen Medien wird massive Schäden erleiden. Das befürchtet auch Barbara:

Ich habe ständig versucht dem Hass im Internet mit meinen Botschaften etwas entgegenzusetzen, habe dafür super viel positives Feedback bekommen, nicht zuletzt sogar den Grimme online Award. Dass ich jetzt von den Plattformen Facebook und Instagram dafür abgestraft werde, fühlt sich schrecklich und unwürdig an. Ich liebe die Freiheit und kann auf Dauer nur dort agieren, wo ich sie leben kann. Facebook war mal so ein Ort und ich werde genau hinschauen in welche Richtung sich das alles entwickelt.

Es drängt sich die Frage auf, ob man wirklich auf diese Freiheit verzichten will, um weniger Schwachsinn von Leuten zu lesen, deren Gedankengut aus einer traurigen Zeit in einem anderen Jahrhundert stammt. Hält unsere Gesellschaft ein paar (laute) Idioten nicht aus? Würde es nicht reichen, bestehende Gesetze konsequenter auch auf soziale Medien anzuwenden?

Immerhin wurden zwei der gelöschten Beiträge wieder online gestellt, schreibt Barbara auf Facebook. Das sei "ein Zeichen des Entgegenkommens, wenn auch wieder ohne Begründung". Der Kaktus und der fiktive Aufruf zum Flashmob bleiben aber vorerst offline. Im Chat auf Facebook erläutert die Künstlerin uns gegenüber zusätzlich zu ihrem öffentlichen Statement:

Mir ist bewusst, dass auf einem Schild das Wort Ar....och steht, aber es richtet sich nicht gegen eine greifbare Person, es soll auch zeigen, dass die "Gutmenschen", die nur "singen und klatschen" können, durchaus in der Lage sind mal etwas härter zu kontern. Falls aber dieses Wort der Grund für die Löschung war, dann dürfte auch zum Beispiel der Song "Schrei nach Liebe" von den Ärzten nicht mehr auf Facebook erscheinen.

Zensur im Internet ist ein Thema, das noch relativ jung ist, uns aber in Zukunft immer mehr beschäftigen wird. Wie stehst du dazu? Richtiger Ansatz, falsch umgesetzt? Schwachsinniger Ansatz? Was wären Alternativen zum rigorosen Löschen problematischer Beiträge?


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