STRASSENWAHL Eps. 5 | Marcus Staiger vs. Jens Spahn

Über das Format Strassenwahl probiert der YouTube-Channel Hyperbole weiterhin die Brücke zwischen jungen Wählern und der Politik zu schlagen. Nach Vertretern von den Grünen, der SPD, der FDP und der AfD begibt sich nun der CDU-Spitzenpolitiker Jens Spahn in die Diskussion mit Marcus Staiger.

Bei dem Gespräch ist zu Beginn die Lebensgeschichte des hochrangigen CDU-Mitglieds Thema. Daraus resultiert ein Dialog über den Staatshaushalt, die deutsche Wirtschaftskraft und Fonds-Geschäfte in Afrika. Wirtschaftsthemen bieten sich an, da Jens Spahn momentan als Staatssekretär im Bundesfinanzministerium arbeitet. Der Austausch bleibt höflich und respektvoll. Insgesamt ist die Folge weitaus weniger kontrovers, als es die Gesprächsansetzung vermuten ließe.

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Image of Die Hoffnung ist ein Hundesohn
Autor: Marcus Staiger
Verlag: Mfm Entertainment (2014)
Binding: Taschenbuch, 324 pages
22.09.2017 - 15:24

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Kunst gegen Hetze: Wie ein Berliner Kollektiv die AfD entlarvt
AfD

Kunst gegen Hetze: Wie ein Berliner Kollektiv die AfD entlarvt

Von David Büchler am 07.12.2017 - 14:04

Anfang September hat der AfD-Politiker Alexander Gauland eine Rede gehalten, in der er forderte, dass die Deutschen endlich stolz auf die Leistungen der Wehrmachtssoldaten in zwei Weltkriegen sein sollten. Das nahm das Künstlerkollektiv Rocco und seine Brüder nun zum Anlass, vor der AfD-Parteizentrale in Berlin sogenannte Stolpersteine im Gehweg zu platzieren, die an verstorbene Wehrmachtssoldaten und ihre Verbrechen im zweiten Weltkrieg erinnern sollen. Die Aktion nennen sie Identität braucht Erinnerung.

Bereits im September hatte es hitzige Diskussionen um Gaulands Auftritt gegeben. Doch er ist nicht der einzige AfD-Politiker, der sich öffentlich dafür aussprach, die deutschen Verbrechen im zweiten Weltkrieg doch endlich zu vergessen. Auch sein Kollege Höcke hatte sich für eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" ausgesprochen. Insbesondere in Zeiten, in denen in Deutschland Debatten um den Umgang mit Geflüchteten den Diskurs bestimmen und es immer wieder zu rechter Gewalt gegen Migrantinnen und Migranten oder politisch Andersdenkende kommt, zeigen die Forderungen, welche politischen Ziele die AfD verfolgt. 

Genau darauf sollte die Kunstaktion der Berliner Gruppe aufmerksam machen. Sie hoben Gehwegplatten aus und ersetzten sie durch Stolpersteine.  Auf denen ist der Name eines verstorbenen Wehrmachtssoldaten zu sehen und die Zahl der Toten, für die er verantwortlich war: 

 

Die eigentliche Idee der sogenannten Stolpersteine stammt von dem Künstler Gunter Demnig, der damit seit 1992 an Opfer des Nationalsozialismus erinnert. In verschiedenen Städten Deutschlands und Europas erinnern die kleinen Steine, die ebenfalls in den Gehweg eingelassen sind, an die deutschen Verbrechen zur Zeit des Nationalsozialismus. Mittlerweise existieren rund 61.000 Steine und bilden damit das größte dezentrale Mahnmal der Welt.

Rocco und seine Brüder drehten die Logik der Stolpersteine nun um. So soll die Bedeutung der Worte von Höcke oder Gauland klar werden. Denn wer fordert, dass Deutsche auf die Leistungen von Personen stolz sein sollen, die tausende Menschen in den Tod trieben, der kann seine menschenfeindliche Haltung nicht mehr leugnen. 

Doch das Berliner Künstlerkollektiv dreht nicht immer am ganz großen zeitgeschichtlichen Rad. So führten sie im vergangenen Jahr beispielsweise eine Aktion durch, in der sie ein geheimes Schlafzimmer in einem U-Bahn-Schacht einrichteten. Die Aktion Secret Bedroom Discovered wurde auch medial aufgegriffen. Ein anderes Mal statteten sie einen U-Bahn-Wagon mit dutzenden Kamera-Attrappen aus, um auf die Gefahr einer stetigen Überwachung des öffentlichen Raumes hinzuweisen und nannten die Aktion CCTV. Die Intention hinter den Aktionen ist es, sozialkritische Inhalte kreativ in den öffentlichen Raum zu bringen. 

 


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