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Blumio ist dafür bekannt, wöchentlich brisante politische und kulturelle Themen aufzugreifen und in seinem yahoo-Format Rap da News in Reime zu verpacken.

In der neuen Folge rappt Blumio über die schlimmen Anschläge letzten Freitag in Paris und über die vorherigen Anschläge in Beirut. Es kommt die Frage auf, was die Gewalt für die europäische Flüchtlingspolitik bedeuten könnte.

Am Ende macht Blumio zudem klar: Krieg ist nie eine Lösung. 

"Muslime, Juden, Christen, Atheisten, lasst all den Hass nicht über uns richten / Lasst uns in diesen schweren Stunden zusammenrücken, denn Liebe ist es, was die Hetzer am meisten fürchten"

18.11.2015 - 16:02

Kommentare

Hallo Hip Hop.de, mich haben die Anschläge schockiert. Ich habe mich auch diesem Thema gewidmet und habe einen Song namens Paris geschrieben. Ich möchte keine Schleichwerbung machen, sondern habe euren Link auf facebook gelesen, in dem ihr Blumios Song mit "klaren Worten" beworben habt. Jeder weiß, dass Tag für Tag Menschen sterben und das ist traurig genug, aber es ist doch auch verständlich, dass die Leute hierzulande mehr Angst bekommen, wenn es unmittelbar vor ihrer Haustür passiert. Paris ist von mir zu Hause 500 km entfernt, Aleppo zum Beispiel 3000 km. Ist es nicht einfach nur menschlich, dass man sein Umfeld stärker wahrnimmt, als entfernte Orte - ich rede von der emotionalen Seite, nicht von der moralischen! Natürlich kann ich auch verstehen, dass die Leute, die Verwandte oder Bekannte in Syrien haben oder vielleicht sogar selbst aus einem Krisengebiet kommen, diese aktuelle (einseitige?) Berichterstattung verurteilen und das ist genauso verständlich, da sie es als ungerecht empfinden. Aber ich finde es nur logisch, dass die Menschen in den westlichen Demokratien verunsichert sind. Bei uns läuft nunmal niemand mit Waffen durch die Straßen, es gibt keine Bürgerwehr, keine außerstaatliche Organisation, die das Recht hat oder sich nimmt, die Gebiete unter ihre Kontrolle zu bringen. Ich will hier keinem auf die Füße treten, aber es ist ja nicht so, als würde über Anschläge in anderen Ländern nicht berichtet werden. Wer interessiert durch die Welt geht - und davon gehe ich aus, dass die Leute, die sich über diese Solidaritätswelle beschweren, das tun - die können diese Informationen bekommen. Auch wenn sie mal nicht in 15 min Tagesschau zu sehen sind. Im Internet ist jede Information zu beschaffen. Erst heute habe ich mit einem Tunesier diskutiert, der hat gesagt: "130 Menschen in Paris? Ach, das geht mir am Ars** vorbei. In anderen Ländern sterben jeden Tag soundsoviele". Ja, aber wo fängt Solidarität denn an? Ich sage bei einem zu Tode gekommenden Menschen! Und niemand hat das Recht, dem anderen zu sagen, was ihn berühren soll und was nicht. Sicher gibt es auch einige, die ihre Solidarität nutzen, um Aufmerksamkeit zu bekommen, aber ich glaube, dass viele wirklich erst jetzt die Gefahr sehen, weil sie Angst haben, es könnte demnächst in ihrer Stadt passieren. Und das ist ihr Antrieb sich solidarisch zu zeigen. Aber kommt Solidarität nicht genau daher: Aus einem gemeinsamen Gefühl heraus, das man empfindet?! Mit nachdenklichen Grüßen Morrest Gump

Hallo Hip Hop.de, mich haben die Anschläge schockiert. Ich habe euren Link auf facebook gelesen, in dem ihr Blumios Song mit "klaren Worten" beworben habt. Jeder weiß, dass Tag für Tag Menschen sterben und das ist traurig genug, aber es ist doch auch verständlich, dass die Leute hierzulande mehr Angst bekommen, wenn es unmittelbar vor ihrer Haustür passiert. Paris ist von mir zu Hause 500 km entfernt, Aleppo zum Beispiel 3000 km. Ist es nicht einfach nur menschlich, dass man sein Umfeld stärker wahrnimmt, als entfernte Orte - ich rede von der emotionalen Seite, nicht von der moralischen! Natürlich kann ich auch verstehen, dass die Leute, die Verwandte oder Bekannte in Syrien haben oder vielleicht sogar selbst aus einem Krisengebiet kommen, diese aktuelle (einseitige?) Berichterstattung verurteilen und das ist genauso verständlich, da sie es als ungerecht empfinden. Aber ich finde es nur logisch, dass die Menschen in den westlichen Demokratien verunsichert sind. Bei uns läuft nunmal niemand mit Waffen durch die Straßen, es gibt keine Bürgerwehr, keine außerstaatliche Organisation, die das Recht hat oder sich nimmt, die Gebiete unter ihre Kontrolle zu bringen. Ich will hier keinem auf die Füße treten, aber es ist ja nicht so, als würde über Anschläge in anderen Ländern nicht berichtet werden. Wer interessiert durch die Welt geht - und davon gehe ich aus, dass die Leute, die sich über diese Solidaritätswelle beschweren, das tun - die können diese Informationen bekommen. Auch wenn sie mal nicht in 15 min Tagesschau zu sehen sind. Im Internet ist jede Information zu beschaffen. Erst heute habe ich mit einem Tunesier diskutiert, der hat gesagt: "130 Menschen in Paris? Ach, das geht mir am Ars** vorbei. In anderen Ländern sterben jeden Tag soundsoviele". Ja, aber wo fängt Solidarität denn an? Ich sage bei einem zu Tode gekommenden Menschen! Und niemand hat das Recht, dem anderen zu sagen, was ihn berühren soll und was nicht. Sicher gibt es auch einige, die ihre Solidarität nutzen, um Aufmerksamkeit zu bekommen, aber ich glaube, dass viele wirklich erst jetzt die Gefahr sehen, weil sie Angst haben, es könnte demnächst in ihrer Stadt passieren. Und das ist ihr Antrieb sich solidarisch zu zeigen. Aber kommt Solidarität nicht genau daher: Aus einem gemeinsamen Gefühl heraus, das man empfindet?! Mit nachdenklichen Grüßen Morrest Gump

PS: ich habe mich auch diesem Thema gewidmet und habe einen Song darüber geschrieben.

Sowas macht Mann nicht profit schlagen mit dem was passiert ist.warte wenn dich des so Dogg mal trifft dann wirds dir leid tun.traurig das Mann nicht mit Musik punkten kann sonndern mit schlagzeilenrap

Sowas macht Mann nicht profit schlagen mit dem was passiert ist.warte wenn dich des so Dogg mal trifft dann wirds dir leid tun.traurig das Mann nicht mit Musik punkten kann sonndern mit schlagzeilenrap

Wirklich sehr schön umgesetzt das ganze. Unbedingt komplett anhören.

http://www.hiphopbeat.de

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Graffiti statt Gewalt: Wie sich Kolumbiens gefährlichstes Viertel wandelt

Graffiti statt Gewalt: Wie sich Kolumbiens gefährlichstes Viertel wandelt

Von David Molke am 20.11.2017 - 16:02

Medellin in Kolumbien galt lange Zeit als gefährlichste Stadt der Welt. Insbesondere das Viertel Comuna 13 war als Hotspot für Gangs, Drogen und Gewalt bekannt. In der Zeit von 2010 bis 2015 soll die Mordrate allerdings um 75 % gesunken sein. Bereits vor einigen Jahren ist es den Regierungs-Truppen offenbar gelungen, die Herrschaft der Gangs im Viertel zu beenden. Seitdem die bewaffneten Drogen-Milizen weg sind, ändert sich auch das Gesicht der Gegend: Graffiti-Writer helfen dabei, es bunter und sehr viel fröhlicher zu gestalten.

Der Imagewechsel bringt Touristen in den Teil von Medellin, den sie vor wenigen Jahren noch weiträumig gemieden hätten. Wenn die Touristen ihre Ängste ablegen können, hilft das dabei, mehr Geld in die Stadtkassen zu spülen. Was sich selbstverständlich wieder positiv auf den Ruf von Comuna 13 auswirkt und weitere Menschen anlockt. Wie ein Teufelskreis, bloß in cool.

Offenbar geht der Plan aktuell auf: Wie Deutsche Welle berichtet, veranstaltet die Stadt zum Beispiel sogar Führungen durch die ehemals problematischsten Viertel. Im Video lernen wir zum Beispiel den Rapper Tatam kennen, der als Tour-Guide arbeitet. Er erklärt, dass die Tour vor allem auf Menschen aus der Stadt Medellin abziele:

"Wir wollen, dass die Leute aus der Stadt unsere Nachbarschaft besuchen, damit sie ihre Ängste und Vorurteile rund um Communa 13 überwinden können."

Die unzähligen Graffitis überall helfen dabei, und zwar massiv. Dass den Bewohnern von Comuna 13 die Graffiti-Farbe besser gefällt als die Einschusslöcher, ist ebenfalls mehr als nachvollziehbar. Die Touren durch das Stadviertel gehören zu einem sozialen Projekt, das sich explizit gegen kriminelle Gangs wendet. Über die sagt Rapper und Tourguide Tatam Folgendes:

"Sie haben uns als potentielle Feinde gesehen. Sie hatten keine Angst vor der Polizei – aber sie hatten vor uns Angst, weil unsere Arbeit junge Leute von der Straße wegbringt, und damit aus ihrer Reichweite."

DW Stories

Medellin's district 'Comuna 13' was a hub of armed groups for drug cartels. But Colombia's most notorious neighborhood reinvented itself.

So oder zumindest so ähnlich passiert es gerade übrigens auch in den Favelas von Rio de Janeiro – hier sorgt allerdings insbesondere der Tanzstil Passinho für Furore:

Passinho - ein Tanzstil bringt Hoffnung in die Favelas von Rio de Janeiro

Mehr Hiphop als das geht kaum: Aus den Favelas von Rio de Janeiro hat sich in den letzten etwa 15 Jahren ein Tanzstil auf den Weg gemacht, Brasiliens Großstädte zu erobern. Passinho ist laut Sheick, einem der Helden seiner Szene, die "erste urbane brasilianische Tanzform" - Breakdance trifft auf Elemente klassischer Tänze des Landes.


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