Eskalation zwischen Kollegah und Bushido? Was beim Hip Hop bewegt Openair wirklich geschah

Gestern Abend kam es beim Hip Hop bewegt Openair in München zum Aufeinandertreffen von Kollegah und Bushidos EGJ-Camp. Zwischen den beiden Parteien gab es zuletzt immer wieder verbale Angriffe: Kollegah machte sich über die Berliner lustig und bekam im Gegenzug Lines von Laas Unltd. gedrückt, die Bushido seinerseits mit Retweets supportete. Das Festival hatte daher im Vorfeld nicht nur durch sein krasses Line-Up Aufmerksamkeit bekommen, sondern durch das heikle Verhältnis der gebuchten Künstler und deren Ansagen zusätzlich an Brisanz gewonnen. Zuletzt klang es jedoch in einem Bushido-Interview so, als wäre der Streit beigelegt worden.

Nun sind im Internet Videos aufgetaucht, die Kollegah auf dem Festival abseits der Bühne zeigen:

Real live Video vom Hip Hop bewegt Festivial München! Kollegah rastet aus ! Weiteres folgt!live! Kollegah Stress vor dem Gig in München! #Kollegah #bushido #shindy #arafat #alibumaye #seyed #stressmitgrund #münchen #followme #festival #rapsupport #rap #hiphop #hiphopbewegt #rooz

35 Likes, 40 Comments - Frank Lucas (@look_alive28) on Instagram: "Real live Video vom Hip Hop bewegt Festivial München! Kollegah rastet aus ! Weiteres folgt!live!..."

Es soll wie folgt abgelaufen sein: Als die Crew rund um Bushido mit Verspätung eingetroffen sei, habe Kollegah das Gespräch gesucht – am besten irgendwo, wo nicht zahlreiche Fans mit ihren Smartphones stehen. Das dürfte genau die Szene sein, die wir auch im Video sehen. Danach sollen die beiden Parteien über ihre Streitigkeiten gesprochen haben. Wie das Aufeinandertreffen ausgegangen ist, ist unklar. Danach sei alles entspannt und ohne Zwischenfälle weitergegangen. Bushido konnte trotz der Verspätung seines Flugs noch auftreten:

Bushido

Danke München #papa

Die aufgeheizte Stimmung, die auf den Videos rüberkommt, ist wohl auch dem Umstand geschuldet, dass die Fans direkt zu den Künstlerzelten gelangen konnten. Dadurch war auch mehr Security nötig, um die Rapper abzuschirmen. Laut Augenzeugen sei zudem ein großes Aufgebot an Kriminalbeamten vor Ort gewesen.

Fazit: Eskaliert ist beim Hip Hop bewegt höchstens die Crowd bei den Auftritten der Acts. Ob der Konflikt zwischen Kollegah und den Berlinern rund um Bushido nach dem vermeintlichen Gespräch gegessen ist, wird die Zukunft zeigen.

Kollegah bezieht Stellung zum Beef mit Bushido, Laas & Co.

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Kommentare

Nix. EGJ offiziell tot. Wenn die nicht mal gegen den Gangster Pimp Rechtsanwalt aus Simmern machen können kann die einfach niemand mehr ernst nehmen. Jedes mal wenn die jetzt Ansgagen machen werde ich mich einfach nur noch kaputtlachen

Wieso hetzt jeder, geht euch einer ab dabei.Eins Kollegah sein Herz hatt den Islam gesucht anerkannt akzeptiert(jeder glaube führt Zu Gott!!) , sowas passiert so in der Art nicht immer auch wenn rap nicht gerade zum Islam passt, wenn Kollegah auch nur einem Kind dadurch seinen Hunger nimmt einem Kind ein lächeln beschert ist es so als würde er es für alle Kinder tun.Solange Gott nicht möchte das Ihm etwas passiert dann wird auch nichts passieren sogar wenn ein Haufen kugelhagel auf ihn trifft!!! Solange Subhan Allah es nicht behielt wird Felix direkt wieder aufstehen egal was geschieht nur Gottes wille leitet alles in die Wege, zu Arafat auch wenn viel schlechtes geredet wird in den Medien es auch nicht mein Recht ist über ihn etwas zu schreiben, glaube ich nicht das er das ist was die mediale verfluchte Welt berichtet, jeder hatt seine Sünden, es gibt keinen Menschen ohne eine Sünden ich glaub er ist ein Erwachsener gläubischer intelligenter Mann auch wenn er irgendwie sauer war, glaube niemals das er was schlechtes für Kollegah wünscht hört auf zu hetzen.

spar dir dein gelaber von islam und allah. das will hier niemand hören. geh in deine moschee und versuch hier nicht leute zu bekehren.

Geh mir nicht auf den Sack mit deinem Islam. Wenn der so krass gläubig wäre dann würde der erst gar nicht rappen und die ganzen Kanax keine Rap Fans sein. Rap ist Haram. Also tut mal nicht als würdet ihr Gottesfürchtig sein

Genau Simmern.. Er tut ja immer gerne so als wäre er gebürtig aus Düsseldorf. Seine ganzen Ticker Storys auf den ersten Tapes sind Texte von einem Kleinstticker, der zu Sozialstunden verurteilt wurde^^

Du weißt, er ist halb Kanadier, halb Moslem, halb Düsseldorfer mit komplett gefärbten Bart

wer is koleghe? bushido is rappa

Bushido ist ein Text Sprecher mit Ghostwriter

Schön das alles friedlich gelöst werden konnte.

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die schlechteste berichterstattung die es gibt da sieht man doch wie arafat den hinterbrüllt und kolle nach bushido ruft wenn ihr schon über was berichtet dann bitte richtig wie es war p.s video quelle youtube

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Eine Chronik bekommt Risse: Wohin mit Selfmade Records?

Eine Chronik bekommt Risse: Wohin mit Selfmade Records?

Von Jonas Lindemann am 15.02.2018 - 17:13

Am 1. Dezember vergangenen Jahres schien sich ein Kreis zu schließen. Während Favorite mit "Alternative für Deutschland" auf Rang 15 der deutschen Charts einstieg und somit für die schlechteste Platzierung aus dem Hause Selfmade Records seit Juni 2009 sorgte, veröffentlichten Kollegah und Farid Bang "Jung Brutal Gutaussehend 3". Das Album hatte bereits acht Tage vor Release Goldstatus erreicht und brach etliche Rekorde.

Kollegah und Farid Bang waren es, die mit dem ersten Teil der besagten Kollaboreihe als damals aufstrebende Künstler in eben jenem Juni 2009 auf dem 30. Platz gelandet waren. Seitdem ging es für Selfmade Records lange Zeit nur noch bergauf. Zwischen Februar 2013 und Juli 2016 stürmten neun von zehn Selfmade-Alben an die Spitze der Charts.

Da Selfmade Records wahrscheinlich noch Rechte an "JBG 3" haben, verdient man dort vermutlich an der erfolgreichsten Deutschrap-LP 2017 mit. Allerdings nur im Hintergrund, die Kollaboreihe erschien erstmals nicht über Selfmade. Neben Favorites Album wurde nur Kollegahs "Legacy" herausgebracht. Das Best Of zählte zwar dank der 170 Euro teuren "Gold Award Edition", einem schönen Gimmick für treue Fans, zu den umsatzstärksten Rap-Platten 2017, war jedoch nur eine Auswertung des alten Katalogs. So hatte das Label in der öffentlichen Wahrnehmung im letzten Jahr so wenig mit erfolgreichen Releases zu tun wie schon lange nicht mehr.

Dabei ist es keine zweieinhalb Jahre her, dass man sich als "Label ohne Sägeblatt" zelebrierte. Mit dem Sampler "Chronik III" und einem stattlichen Buch wurde großes Jubiläum gefeiert. "Selfmade Records: Die ersten 10 Jahre von Deutschlands erfolgreichstem HipHop-Label", lautet der Titel des 640 Seiten langen Werkes. Inzwischen stellt sich die Frage, wie viele (erfolgreiche) Jahre noch hinzukommen werden. Der Düsseldorfer Goldschmiede scheint langsam aber sicher das Feuer auszugehen.

Vor allem das Ansehen musste enorm leiden. "Alles Gute, Genetikk" – mehr war zum jüngsten Verlust, den Selfmade verkraften musste, seitens des Labels nicht zu lesen. Darunter häufen sich wieder einmal Kommentare, in denen der Untergang Selfmades prophezeit wird oder schon als besiegelt gilt.

Selfmade Records

Alles Gute, Genetikk

Die knappen Abschiedsworte wirkten genauso sparsam wie die letzte Promophase zu Favs "Alternative für Deutschland". Lange nicht mehr kam eine Albumpromo der früheren Marketing-Maschinerie derart lustlos und reduziert daher. Keine Interviews, keine Blogs, keine besonderen Aktionen und vor allem kein Hype. Das Chart-Ergebnis sprach Bände.

Einen schwierig zu händelnden und quasi dauerhaft abwesenden Künstler wie Favorite nach dem gelungenen Comeback 2015 ein zweites Mal erfolgreich zurückzubringen, scheint auch Selfmade nicht mehr zu schaffen. Es ist fast schon ironisch, dass viele Supporter "Alternative für Deutschland" als Gesamtwerk feierten, die zuvor ausgekoppelten Songs aber teils vernichtendes Feedback erhielten.

Frischer Wind wäre dringend nötig

Die fehlgeschlagene Single-Auswahl passt in das aktuelle Bild, das der Fan von dem Label bekommt. Keines der drei Videos sammelte bislang über 300.000 Klicks. Viele angesagte Newcomer erreichen innerhalb kurzer Zeit mehr. Genau so einer fehlt Selfmade Records schon länger. Ein frischer, hungriger Künstler. Selfmade Records standen nie dafür, einem Hype zu folgen und den angesagtesten Sound der Szene abzubilden. Selfmade Records standen stets für einzigartige Künstler, die alle auf ihre eigene Art technisch versiert sind. Hinzu kam die Bandbreite. Kein anderes Independent-Label hatte ein derartig vielfältiges und zugleich extrem erfolgreiches Roster wie Selfmade.

Frische Künstler signt CEO Elvir Omergebovic inzwischen offenbar lieber bei seinem neuen Label Division, das er 2016 mit den Regisseuren Michael und Markus Weicker von der Videoagentur The Factory gründete. Das Kernteam bilden dieselben Leute wie bei Selfmade. Als erste Amtshandlung wurde RIN unter Vertrag genommen, der einen Karrierestart wie aus dem Bilderbuch hinlegte. Elvir bewies abermals den richtigen Riecher und tat das, was er immer tat: Vielversprechende Rapper in der frühestmöglichen Phase ihrer Karriere zu sich zu holen.

RIN

Riesen Dankeschön an mein Team und meine Bras für das Jahr 2017. Doppel Gold = Ljubav Forvever

Fraglich bleibt, warum solche Artists nicht mehr bei Selfmade, sondern bei einem neu ins Leben gerufenen Label gesignt werden. Das könnte im Fall RIN an der Rolle der Weicker-Brüder liegen – oder an dem von Selfmade 2014 eingegangenen Joint Venture mit Universal. Möglicherweise soll ein neues Signing wie RIN komplett independent aufgebaut werden.

In der Außenwirkung entsteht der Anschein, als entferne sich Elvir schrittweise von Selfmade Records. Kollegah betonte am Ende seiner Selfmade-Zeit immer wieder, dass er sein eigener Manager sei. Bei der letztjährigen 1Live Krone saß Elvir neben seinem neuen Schützling RIN statt bei den 257ers. Vielleicht ein Zufall. Vielleicht, weil die Essener nicht nominiert waren. Vielleicht lässt sich dem Umstand aber auch ein symbolischer Wert beimessen.  

2018 – ein Schlüsseljahr für Selfmade Records?

Auf die großen Jubiläums-Feierlichkeiten folgte 2015 Kollegahs erwartungsgemäß durch die Decke gegangenes "Zuhältertape Vol. 4".  Es sollte sein letztes Soloalbum bei Selfmade Records sein. Wenige Monate später wurde das Ende der Kollegah-Ära bei Selfmade bekannt. Rückblickend lässt sich sagen: Diesen Abgang hat das Label nicht kompensieren können. Was keine Schande ist, wenn das Zugpferd, der erfolgreichste Rapper des Landes, sich verabschiedet. 

Trotzdem war der Schaden nicht in diesem Ausmaß zu erwarten. Mit Genetikk gingen kürzlich die nächsten populären Acts und machen von nun an ihr eigenes Ding: "Danke Selfmade, aber so langsam war die Zeit reif."

2018 könnte somit zu einem Schlüsseljahr für Selfmade Records werden. Sogar zu einer Chance. Mit den 257ers stehen nach wie vor extrem verkaufsstarke Artists unter Vertrag, die insbesondere im Single- und Live-Geschäft lukrativ performen. Zudem leisteten Shneezin und Mike mit ihrer letztjährigen Vertragsverlängerung einen Treueschwur. Das Duo kündigte ebenso ein neues Album für dieses Jahr an wie Karate Andi, der seit seinem Selfmade-Debüt "Turbo" weitestgehend von der Bildfläche verschwand. Rätselhaft ist einmal mehr Favorites Zukunft. Erfüllte er in Form von "Alternative für Deutschland" nur noch seinen Vertrag?

Selfmade Records

257ers verlängern bei Selfmade / „Holz" geht Platin +++ Nach großen Erfolgen im vergangenen Jahr mit den beiden Gold-Singles „Holland" und „Holz", dem Nummer 1 -Album „Mikrokosmos", sowie einer...

Bis dato ist kaum zu erahnen, welche Pläne die interne Führungsriege aus Elvir, Thomas Burkholz und Markus Huber entwickelt haben könnte. Finanziell dürften Selfmade Records dank der zurückliegenden Erfolge keine Probleme haben. Signingtechnisch gab es abgesehen von der Gründung der Production Unit seit Karate Andi keine Neuzugänge. Im November 2016 teaste Elvir einen Artist an. Neuigkeiten dazu folgten anschließend nicht mehr. Ob man damals RIN meinte? Möglich, da Elvir von einem "neuen Projekt" sprach.

Eventuell ahnte man 2014, dass bald der Höhepunkt erreicht würde und ging dementsprechend die Kooperation mit Universal ein. Jedes Produkt hat seinen Zyklus. Ähnlich lief es bei Aggro Berlin, das allerdings nicht einmal zwei Jahre nach dem Universal-Deal die Pforten schloss.

Es würde profitabel sein, fortan wie im Falle von "Legacy" den alten Katalog auszuwerten und parallel weiterhin die 257ers an Bord zu haben. Lediglich aus Fan-Sicht wäre es schade um das legendäre Label, sollte so Selfmades Zukunft aussehen. Hat man andere Ambitionen, scheint eine Roster-Erweiterung unausweichlich. Außerdem sollte sich das Label wieder mehr als verschworenes Kollektiv präsentieren. In jedem Fall muss ein Momentum geschaffen werden, um den Glanz gar nicht allzu alter Tage nicht gänzlich zu verlieren.


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