Gestatten, Colonel Winter , Protagonist des neuen Alien Colonial Marines . Zu Beginn des Spiels werden wir als Verstärkung auf die Sulaco geschickt, denn hier machen sich schon die Xenomorphs breit. Die Mission LV-426 ist gescheitert, wir müssen die Fehler ausbügeln.
Klingt verwirrend? Ist es auch. Kenner der Filme werden sich an den Kopf fassen, macht der Start des Spiels im Bezug auf das Ende der Filme doch so gesehen gar keinen Sinn. Nichtkenner des Films werden sich ebenfalls an den Kopf fassen, denn für sie werden die Charaktere und die Rahmengeschehnisse nicht ansatzweise angeschnitten. 

Schlauchlevels wo man hinsieht…

Spielerisch ist Alien Colonial Marines  ein durchwachsener Shooter. In engen Schlauchlevels schießen wir uns durch hunderte Aliens (wo die ohne Wirt herkommen, wissen wir auch nicht) und legen uns hier und da mit einem "Bossgegner" an. Bossgegner wird hierbei extra hervorgehoben, da diese speziellen Gegner keinerlei besondere Taktik verlangen. Selbst der Finale Boss des Spiels bietet keine besondere Herausforderung, das Ende ist im Ganzen nicht zufriedenstellend. 
Dezente Pluspunkte sammelt das Spiel bei den sammelbaren Gegenständen und den Stufenaufstiegen. In dunklen Ecken liegen ab und an besondere Waffen, wie zum Beispiel Hicks' Schrotflinte. Diese sind nur kosmetischer Natur, liefern dem Spieler aber Punkte für seinen Stufenanstieg. Dabei können diverse Aufsätze auf die Waffen geschraubt werden, um beispielsweise das MG mit einem Rotpunktvisier zu versehen. Allerdings ist die Waffenauswahl im Spiel relativ begrenzt, neben einem Maschinengewehr und einer Schrotflinte kommt uns nur selten etwas Größeres in die Hände.

Gruselig? Falsches Spiel...

Wer sich von Alien Colonial Marines einen Gruselshooter erhofft, der wird leider enttäuscht. Das Spiel ist zwar an den meisten Stellen sehr dunkel, allerdings reicht das alleine nicht aus, um eine gelungene Gruselatmosphäre zu erzeugen. An einer Stelle des Spiels muss Winter vor einem Riesenalien flüchten und sich durch dunkle Kanäle schleichen. Ohne Waffe natürlich. Hier steigt der Adrenalinspiegel des Spielers einmalig an, bleibt im weiteren Verlauf aber leider niedrig.
Grafisch wäre bei Alien Colonial Marines weit mehr machbar gewesen. Die Texturen sind matschig, die Gänge und Räume durchgängig grau und dunkel. Schon F.E.A.R. hatte damals grau als bevorzugten Farbton, allerdings kam dort eine beklemmendere Atmosphäre auf, auch ohne Alma
Die deutsche Synchronisation des Spiels sollte unserer Meinung nach weitgehend gemieden werden, hier empfehlen wir die englische Variante. Die deutschen Sprecher klingen allesamt unmotiviert, was in großen Teilen die Stimmung zerstört.
Fazit : Alien Colonial Marines ist ein durchwachsener Shooter. Schlauchlevels, graue Gänge und wenige Waffen machen das Spiel nicht zum Hit, es ist aber dazu geeignet, sich ein paar Stunden mit ausgeschaltetem Gehirn durch Alienmassen zu schießen. "Ein paar Stunden" ist dabei wörtlich zu nehmen, der Abspann scrollt schon nach vier Stunden über den Bildschirm.