Kendrick Lamars "ELEMENT."-Video wird Teil einer Kunstausstellung

Im Rahmen seines Albums DAMN. veröffentlichte Kendrick Lamar im Juni die Videosingle ELEMENT., in welcher der US-Rapper eine ikonische Bildwelt in Anlehnung an den Fotografen Gordon Parks erschaffen hat. Die New Yorker Gordon Parks Foundation nimmt nun in der neuen Ausstellung Element: Gordon Parks and Kendrick Lamar den Einfluss Parks' auf den Rapper unter die Lupe.

"Die Arbeit von Gordon Parks hat immer noch großen Einfluss auf junge Menschen und besonders auf Künstler wie Kendrick Lamar, die die Macht der Bildsprache nutzen, um Fragen im Zusammenhang mit sozialer Gerechtigkeit und Rassen in unserem Land zu untersuchen", erklärt der Geschäftsführer der Gordon Parks Foundation Peter W. Kunhardt Jr. "Mit dem Musikvideo zu ELEMENT. hat Kendrick dazu beigetragen, auf einen der wichtigsten Künstler unserer Zeit aufmerksam zu machen."

Kendrick Lamar - ELEMENT.

DAMN. available now http://smarturl.it/DAMN Director: Jonas Lindstroem & the little homies Producer: Anthony "Top Dawg" Tiffith, Dave Free, Jannis Birsner Production co: TDE Films, Iconoclast Music video by Kendrick Lamar performing ELEMENT.. (C) 2017 Aftermath/Interscope (Top Dawg Entertainment) http://vevo.ly/MozvZt Best of Kendrick Lamar: https://goo.gl/PTr3FF Subscribe here: https://goo.gl/XGVyCd

Die Ausstellung, die ab dem 1. Februar in New York gezeigt wird, wird hauptsächlich Fotografien von Gordon Parks ausstellen, die das Video zu ELEMENT. inspiriert haben. Wie eng die Verbindung zwischen einigen ikonischen Bildern Parks' und der Bildsprache Kendricks ist, zeigt sich an einigen Beispielen:


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Boy with June Bug, Fort Scott, Kansas, 1963

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Ethel Sharrieff, Chicago, Illinois, 1963

Gordon Parks, der 2006 verstarb, erhielt als erster afroamerikanischer Fotograf und Filmregisseur landesweit Beachtung. Er arbeitete unter anderem als Kriegsfotograf und berichtete intensiv über die afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung und deren Protagonisten wie Malcolm X oder Muhammad Ali. Parks gilt heute als einer der bedeutendsten Geschichtenerzähler der amerikanischen Gesellschaft.

Mehr zur Ausstellung:

ELEMENT: Gordon Parks and Kendrick Lamar

The Gordon Parks Foundation permanently preserves the work of Gordon Parks, makes it available to the public through exhibitions, books, and electronic media and supports artistic and educational activities that advance what Gordon described as "the common search for a better life and a better world."

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Damn.
Datum: 2017-04-21
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Wieso das neue Video von Kendrick Lamar & SZA einen bitteren Beigeschmack hat

Wieso das neue Video von Kendrick Lamar & SZA einen bitteren Beigeschmack hat

Von Karo Hellmich am 12.02.2018 - 16:00

Vor knapp einer Woche haben Kendrick Lamar und SZA ihre gemeinsame Videosingle "All The Stars" veröffentlicht, die zum Soundtrack des neuen Superhelden-Films "Black Panther" gehört. Das Video sorgt jedoch für eine Kontroverse: Die britisch-liberianische Künstlerin Lina Iris Viktor wirft den Machern vor, sich ohne Erlaubnis bei ihrer Arbeit bedient zu haben.

Dabei geht es um ein Bild aus ihrer Serie "Constellations". Laut New York Times sei Lina Iris Viktor zweimal von den Filmemachern kontaktiert worden, beide Male habe sie eine Beteiligung mit ihrer Kunst abgelehnt. Nun scheinen dennoch deutliche Parallelen zwischen einer Szene des Videos und ihrer Arbeit aufzutauchen:

July 16 is the final day to view The Woven Arc. The Cooper Gallery. Harvard. Featuring works by Nick Cave, Glenn Ligon, Yinka Shonibare, El Anatsui, Peter Sacks, Grace Ndiritu, Tim Rollins and K.O.S, along with a special installation by David Adjaye. Curated by Vera Ingrid Grant. @coopergalleryhc #LinaIrisViktor

1,381 Likes, 23 Comments - ⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀LINA IRIS VIKTOR (@linairisviktor) on Instagram: "July 16 is the final day to view The Woven Arc. The Cooper Gallery. Harvard. Featuring works by..."


Foto:

Kendrick Lamar ft. SZA – All The Stars, Screenshot: https://www.youtube.com/watch?v=JQbjS0_ZfJ0

Die goldschwarze Farbwelt und die Muster des Videos scheinen tatsächlich deutlich inspiriert von Viktors Werk zu sein. Lediglich eine Hommage? Wohl eher nicht.

In ihrer Anklage erklärt Viktor, dass das Musikvideo in der 19-sekündigen Sequenz nicht nur "den sofort erkennbaren und einzigartigen Look" ihrer Arbeit, sondern auch viele der "spezifisch urheberrechtlich geschützten Elemente" enthalte. Dazu würden beispielsweise stilisierte Motive mythischer Tiere, vergoldete geometrische Formen auf schwarzem Grund und markant texturierte Flächen und Muster zählen.

Kendrick Lamar, SZA - All The Stars

Black Panther The Album out now http://smarturl.it/BlackPantherAlbum Directed by Dave Meyers & the little homies Black Panther The Album Music From And Inspired By Album on All Digital Platforms & In Stores Now Music video by Kendrick Lamar, SZA performing All The Stars. (C) 2018 Aftermath Records http://vevo.ly/nzzt7e

Es ist ein schwieriger Fall, denn Stil ist im Sinne des Copyrights nicht geschützt. Die Macher des Videos werden wohl relativ einfach damit argumentieren können, dass das Bild nicht Eins-zu-eins kopiert wurde. Einen bitteren Beigeschmack hat das Ganze natürlich trotzdem. Selbst, wenn die Verantwortlichen sich rein rechtlich durchsetzen könnten, handelt es sich dennoch um eine ethisch kritische Situation.

Im Film "Black Panther" geht es vor allem um Black Empowerment. Es ist ein Superhelden-Film, in welchem fast ausschließlich Afroamerikaner die Hauptrollen spielen. Gleichzeitig wird sich bei der Kunst einer Afrikanerin bedient. Ohne ihre Zustimmung. Das passt leider nicht zusammen. "Kulturelle Aneignung ist etwas, was afroamerikanischen Künstlern immer wieder passiert. Ich will mich dem entgegenstellen", wird Viktor von der New York Times zitiert. Und auch ihr Anwalt Christopher Robinson äußert:

"Wir befinden uns in einem Zeitalter, in dem 'Nein' auch 'Nein' bedeutet, egal in welchem Bereich. Es macht mich sehr wütend, dass sie so ausgenutzt wird."

Kendrick Lamar, Top Dawg Entertainment-Chef Anthony Tiffith, Disney und der Videoregisseur Dave Meyers haben eine Stellungnahme bisher übrigens abgelehnt.


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