Gibt es ein Gedicht, das euch am allerbesten gefällt ?

Antworten

bin nicht so gebildet in Sachen Gedichte...aber Lyric-mäßig mag ich Sachen von R. Kelly, Dru Hill und M. Jackson ( ja ja, DER !! :D )

Hab' viele lieblingsliebeslyrics...aber um ein paar zu nennen:
R. Kelly - If I could turn back the hands of time
Dru Hill - She Said
M. Jackson ( ja ja, der ! ) - Who Is it

ich weiß nicht, ob ich deine Frage beantwortet habe ! :-|

von alicia keys...die lyrics gefallen mir total...am besten never felt this way...und butterflyz!!

Hmm da gibts n Gedicht von Novalis mir fällt nur der Titel nicht ein...

es geht ums Unbedingte

Steh nich so auf Lyrik, Prosa birgt irgendwie mehr Poesie in sich (meiner Meinung nach)

wir mußten mal in der schule gedichte ausagen wie prometeus oder der zauberlehrling. :D

also ick kenn schon so ein paar gedichte.. zauberlehrling musste ih auch shcon auswendiglernen *g* ... aber das einzigste was mich wirklich gefesselt hat, war das gedicht vom kabeljau...

das meer ist weit, das meer ist blau..
im wasser schwimmt ein kabeljau..
da kommt ein hai von ungefähr..
ich glaub von links, ich wiess nicht mehr..
verschlingt den kabljau mit haut und haar..
das ist zwar traurig, aber wahr..
das meer ist weit, das meer ist blau..
im wasser schwimmt KEIN kabeljau..

ich mußte auch deutschland ein wintermärchen lernen, das fällt mir noch ein und da hing ich auch ganz schön dran.

yeah, die bruecke am tay hat mir auch gut gefallen...

auch ne super ballade: fuesse im feuer (weiss nimmer von wems ist)

dann eigentlich alles von brecht und etwas leichtfuessiger: ringelnatz

eigentlich alles von kästner

Augen in der Großstadt von Tucholsky

Ich benötige keinen Grabstein

Ich benötige keinen Grabstein, aber
Wenn ihr einen für mich benötigt
Wünschte ich, es stünde darauf:
Er hat Vorschläge gemacht. Wir
Haben sie angenommen.
Durch eine solche Inschrift wären
Wir alle geehrt.

Obwohl ich finde das Brecht schon hart anner Grenze zur Prosa ist, da er sehr sachlich schreibt/geschrieben hat. Benn und seine Frau (grad kein Plan wie die hieß) sind auch n 'Geheim'tip.

wilhelm busch is auch geil...

Mein Lieblingsgedicht

Also mein Lieblingsgedicht heisst "Anschwellender Lobesgesang für Augustinus" von Tabitha King, vielleicht kennt es ja einer von euch ....
ich find's voll schön ...

Der dünnste Bär erwacht im Winter
durch das Schlaflachen der Heuschrecken ,
durch das Traumsummen der Bienen
durch den Honiggeruch des Wüstensands , den der Wind in seinem Schoße in die fernen Hügel , die Zedernhäuser trägt.
Der Bär hat ein festes Versprechen vernommen. Manche Wörter sind eßbar ; sie sättigen mehr als Schnee , gehäuft auf Silverteller , oder Eis aus goldenen Schüsseln.
Eissplitter vom Mund des Geliebten sind immer besser , noch träumt die Wüste immer ihr Trugbild.
Der erwachene Bär sind einen anschwellenden Lobesgesang , gewebt aus Sand , der die Städte erobert im langsamen Kreis .
Sein Lob verführt einen Windhauch auf der Reise zum Meer , wo ein Fisch , gefangen im achtsamen Netz , eines Bären Lied im kühlen Schnee vernimmt.

Nicht schlecht!

Hat eigentlich wer von euch Poem gesehn?

Rosen sind rot
Veilchen sind blau
Zucker ist süß
~~***UND DIESER RÜLPSER IST FÜR EUCH***~~~

eines meiner liebsten gedichte ist "das letzte kapitel" von erich kästner.
ein, für ihn, eher ungewöhnliches stück.
da es wahrscheinlich nicht allzu bekannt ist stelle ich es hier mal rein.

Das Gedicht erschien erstmals im Jahre 1930, im Gedichtband "Ein Mann gibt Auskunft". Erschreckend, wie Kästners Visionen, wenn man an einen Irak-Krieg, an einen 11. September, an vom Menschen verursachte Naturkatastrophen oder an menschenverachtende Regimes denkt, zutreffen.

Das letzte Kapitel Am 12. Juli des Jahres 2003 lief folgender Funkspruch rund um die Erde: daß ein Bombengeschwader der Luftpolizei die gesamte Menschheit ausrotten werde. Die Weltregierung, so wurde erklärt, stelle fest, daß der Plan, endgültig Frieden zu stiften, sich gar nicht anders verwirklichen läßt, als alle Beteiligten zu vergiften. Zu fliehen, wurde erklärt, habe keinen Zweck. Nicht eine Seele dürfe am Leben bleiben. Das neue Giftgas krieche in jedes Versteck. Man habe nicht einmal nötig, sich selbst zu entleiben. Am 13. Juli flogen von Boston eintausend mit Gas und Bazillen beladene Flugzeuge fort und vollbrachten, rund um den Globus sausend, den von der Weltregierung befohlenen Mord. Die Menschen krochen winselnd unter die Betten. Sie stürzten in ihre Keller und in den Wald. Das Gift hing gelb wie Wolken über den Städten. Millionen Leichen lagen auf dem Asphalt Jeder dachte, er könne dem Tod entgehen. Keiner entging dem Tod, und die Welt wurde leer. Das Gift war überall. Es schlich wie auf Zehen. Es lief die Wüsten entlang. Und es schwamm übers Meer. Die Menschen lagen gebündelt wie faulende Garben. Andre hingen wie Puppen zum Fenster heraus. Die Tiere im Zoo schrien schrecklich, bevor sie starben. Und langsam löschten die großen Hochöfen aus. Dampfer schwankten im Meer, beladen mit Toten. Und weder Weinen noch Lachen war mehr auf der Welt. Die Flugzeuge irrten, mit tausend toten Piloten, unter dem Himmel und sanken brennend ins Feld. Jetzt hatte die Menschheit endlich erreicht, was sie wollte. Zwar war die Methode nicht ausgesprochen human. Die Erde war aber endlich still und zufrieden und rollte, völlig beruhigt, ihre bekannte elliptische Bahn. Erich Kästner


Zitat von DaZe:
Rosen sind rot
Veilchen sind blau
Zucker ist süß
~~***UND DIESER RÜLPSER IST FÜR EUCH***~~~

Krass...Rokkos modernes Leben!

Hepher...oder wie hieß der Kerl? :D

scrawl...soweit ich weiß haste recht mit der diggn kuh.. ;-)
und wie heißt sein hund?!

Rainer Maria Rilke: Lied

Du, der ichs nicht sage, dass ich bei Nacht
weinend liege,
deren Wesen mich müde macht
wie eine Wiege.
Du, die mir nicht sagt, wenn sie wacht
meinetwillen:
wie, wenn wir diese Pracht
ohne zu stillen
in uns ertrügen?

Sieh dir die Liebenden an,
wenn erst das Bekenn begann,
wie bald sie lügen.

Du machst mich allein, dich einzig kann ich vertauschen.
Eine Weile bist dus, dann wieder ist es das Rauschen,
oder es ist ein Duft ohne Rest.
Ach, in den Armen hab ich sie alle verloren,
du nur, du wirst immer wieder geboren:
weil ich niemals dich anhielt, halt ich dich fest.

Dieses gedicht ist mein absoluter favourit - vor allem auch in der vertonung durch Xavier Naidoo und Ben Becker


Zitat von BeautifulNightmare:
eines meiner liebsten gedichte ist "das letzte kapitel" von erich kästner.
ein, für ihn, eher ungewöhnliches stück.
da es wahrscheinlich nicht allzu bekannt ist stelle ich es hier mal rein.

Das Gedicht erschien erstmals im Jahre 1930, im Gedichtband "Ein Mann gibt Auskunft". Erschreckend, wie Kästners Visionen, wenn man an einen Irak-Krieg, an einen 11. September, an vom Menschen verursachte Naturkatastrophen oder an menschenverachtende Regimes denkt, zutreffen.

Das letzte Kapitel Am 12. Juli des Jahres 2003 lief folgender Funkspruch rund um die Erde: daß ein Bombengeschwader der Luftpolizei die gesamte Menschheit ausrotten werde. Die Weltregierung, so wurde erklärt, stelle fest, daß der Plan, endgültig Frieden zu stiften, sich gar nicht anders verwirklichen läßt, als alle Beteiligten zu vergiften. Zu fliehen, wurde erklärt, habe keinen Zweck. Nicht eine Seele dürfe am Leben bleiben. Das neue Giftgas krieche in jedes Versteck. Man habe nicht einmal nötig, sich selbst zu entleiben. Am 13. Juli flogen von Boston eintausend mit Gas und Bazillen beladene Flugzeuge fort und vollbrachten, rund um den Globus sausend, den von der Weltregierung befohlenen Mord. Die Menschen krochen winselnd unter die Betten. Sie stürzten in ihre Keller und in den Wald. Das Gift hing gelb wie Wolken über den Städten. Millionen Leichen lagen auf dem Asphalt Jeder dachte, er könne dem Tod entgehen. Keiner entging dem Tod, und die Welt wurde leer. Das Gift war überall. Es schlich wie auf Zehen. Es lief die Wüsten entlang. Und es schwamm übers Meer. Die Menschen lagen gebündelt wie faulende Garben. Andre hingen wie Puppen zum Fenster heraus. Die Tiere im Zoo schrien schrecklich, bevor sie starben. Und langsam löschten die großen Hochöfen aus. Dampfer schwankten im Meer, beladen mit Toten. Und weder Weinen noch Lachen war mehr auf der Welt. Die Flugzeuge irrten, mit tausend toten Piloten, unter dem Himmel und sanken brennend ins Feld. Jetzt hatte die Menschheit endlich erreicht, was sie wollte. Zwar war die Methode nicht ausgesprochen human. Die Erde war aber endlich still und zufrieden und rollte, völlig beruhigt, ihre bekannte elliptische Bahn. Erich Kästner


joar das is ganz cool... haben die letztens in der faz gebracht... is halt etwas düsterer... aber dennoch nicht zu schwer... find die lustigen sachen aba besser...

ja eins meiner eigenen mag ich verdammt gerne!

geht darin um meine mum und das sie mir sehr fehlt und so! das is mein liebelingsgedicht!


Zitat von mcWizard:
joar das is ganz cool... haben die letztens in der faz gebracht... is halt etwas düsterer... aber dennoch nicht zu schwer... find die lustigen sachen aba besser...

naja, das ich für sowas zu haben bin, ist ja mittlerweile hinlänglich bekannt.
die "witzigen" sachen sagen mir eher nicht zu.
ich für meinen teil behaupte, es sollte schon tiefgang haben.
geschmäcker sind halt verschieden.


Zitat von BeautifulNightmare:


Zitat von mcWizard:
joar das is ganz cool... haben die letztens in der faz gebracht... is halt etwas düsterer... aber dennoch nicht zu schwer... find die lustigen sachen aba besser...

naja, das ich für sowas zu haben bin, ist ja mittlerweile hinlänglich bekannt.
die "witzigen" sachen sagen mir eher nicht zu.
ich für meinen teil behaupte, es sollte schon tiefgang haben.
geschmäcker sind halt verschieden.


tiefgang is zwar schön... aber bidde nit so dass des unten aufm boden aufsetzt...


Zitat von mcWizard:tiefgang is zwar schön... aber bidde nit so dass des unten aufm boden aufsetzt...

erst wenn es auf dem asphalt zerschmettert ist, wird sichtbar ob sich dahinter wahre schönheit verbirgt.


Zitat von Natalie_P:
scrawl...soweit ich weiß haste recht mit der diggn kuh.. ;-)
und wie heißt sein hund?!

Spunky

Erich Fried - Was bleibt?


Zitat von Scrawl:


Zitat von Natalie_P:
scrawl...soweit ich weiß haste recht mit der diggn kuh.. ;-)
und wie heißt sein hund?!

Spunky


geeeeenau...:love:

âLL î Dô îS CRý
âLL î NêêD îS Mý BêST FRîêND
âLL î WâNT îS FRêêDôM 4 Mê
âLL î Sêê îS FûLL WîTH PâîN
âLL î WîSH îS, THâT WîSHêS Bê CôMê TRûê!

mein lieblings gedicht is von kurt schwitters(auchn geiler künstler!)

anna blume

O du, Geliebte meiner siebenundzwanzig Sinne, ich
liebe dir! - Du deiner dich dir, ich dir, du mir.
- Wir?
Das gehört (beiläufig) nicht hierher.
Wer bist du, ungezähltes Frauenzimmer? Du bist
- bist du? - Die Leute sagen, du wärest - laß
sie sagen, sie wissen nicht, wie der Kirchturm steht.
Du trägst den Hut auf deinen Füßen und wanderst
auf die Hände, auf den Händen wanderst du.
Hallo, deine roten Kleider, in weiße Falten zersägt.
Rot liebe ich Anna Blume, rot liebe ich dir! - Du
deiner dich dir, ich dir, du mir. - Wir?
Das gehört (beiläufig) in die kalte Glut.
Rote Blume, rote Anna Blume, wie sagen die Leute?
Preisfrage:
1. Anna Blume hat ein Vogel.
2. Anna Blume ist rot.
3. Welche Farbe hat der Vogel?
Blau ist die Farbe deines gelben Haares.
Rot ist das Girren deines grünen Vogels.
Du schlichtes Mädchen im Alltagskleid, du liebes
grünes Tier, ich liebe dir! - Du deiner dich dir, ich
dir, du mir - wir?
Das gehört (beiläufig) in die Glutenkiste.
Anna Blume! Anna, a-n-n-a, ich träufle deinen
Namen. Dein Name tropft wie weiches Rindertalg.
Weißt du es, Anna, weißt du es schon?
Man kann dich auch von hinten lesen, und du, du
Herrlichste von allen, du bist von hinten wie von
vorne: "a-n-n-a."
Rindertalg träufelt streicheln über meinen Rücken.
Anna Blume, du tropfes Tier, ich liebe dir!

stufen von hermann hesse ist ziemlich cool.

ansonsten alle coldplay texte :-) :yes:

ich steh auf die vom wulf :love:

still number one


Zitat von saarpreme:

ansonsten alle coldplay texte :-) :yes:


mhm. sehr geil.

un augen in der großstadt hab ich irgendwann inner schule gemacht, blieb hängen.

warum wurden die ZITRONEn sauer?? (heinz erhart)

also ich muss das wirklich mal betonen ...früher waren die zitronen
sooo süß wie KANDIS
doch einst sprachen die ZITRONEN wir ZITRONEN wollen groß sein wie MELONEN..
auch finden wir das gelb abscheulich ---wir wollen rot sein oder bläulich...
GOTT hörte oben die beschwerde und sagt ..daraus kann nichts werden ich bedauer

das wurden die ZITRONEN sauer. :))))))))))

Bert Brecht - Vom armen B.B.

syleena johnson: im ur woman - peinlich aber wahr: ich heule wenn ich mir das lied richtig konzentriert anhör :D liegt nur daran dassich dazu ne verbindung aufbauen kann/tu/ wie auch immer. will nur sagen dassich nich zu diesen uaaaa-das-ist-so-traurig menschen gehöre :D
r. kelly: sex me
d' angelo : the root
stevie wonder : village ghettoland
sonst mag ich gedichte von may ayim, tupac hat paar wirklich gute, und hab eins von mir auf das ich so klein bisschen stolz bin :D

edit: nein, ich kann mich nicht entscheiden :D


Zitat von mcWizard:
eigentlich alles von kästner

kästner is auch klasse...

Hilde Domin find ich auch richtig gut.


Zitat von stuck:


Zitat von mcWizard:
eigentlich alles von kästner

kästner is auch klasse...


auf jedeeeen (siehe sig... :D )

der erlkönig von goethe (oder von goethe?)
unf fann noch eines wo ich auswendig lernen musste. hab aber den titel und so vergessen, es halt früh am morgen....
sara

Schiller

Ich mag am liebsten "Die Bürgschaft" von Schiller. Da sieht man, was eine echte Freundschaft ist.


Zitat von Junkyard_Joe:


Zitat von niteguard:
auch ne super ballade: fuesse im feuer (weiss nimmer von wems ist)


Das is saugeil


Is' von Conrad Ferdinand Meyer 1825 - 1898


Zitat von DamnFemale:
Gibt es ein Gedicht, das euch am allerbesten gefällt ?

erich fried - was es is

Ernste Stunde
Wer jetzt weint irgendwo in der Welt,
ohne Grund weint in der Welt, weint über mich.
Wer jetzt lacht irgendwo in der Nacht,
ohne Grund lacht in der Nacht, lacht mich aus.
Wer jetzt geht irgendwo in der Welt,
ohne Grund geht in der Welt, geht zu mir.
Wer jetzt stirbt irgendwo in der Welt,
ohne Grund stirbt in der Welt:
sieht mich an.

Rainer Maria Rilke, Mitte Oktober 1900, Berlin-Schmargendorf

Ich bin nicht tot

Nur wenige Menschen sind richtig lebendig.
Und die, die es sind, die sterben nie.
Nur wenige Menschen lieben wirklich,
und die, die es tun, die vergisst man nicht.
Niemand, den man wirklich liebt, ist jemals tot!

Wenn ihr mich sucht,
sucht mich in euren Herzen.
Habe ich dort eine Bleibe gefunden,
lebe ich in euch weiter.

Weint nicht an meinem Grab um mich;
Ich bin nicht dort. Ich schlafe nicht.
Ich bin die Winde, die da wehn,
Kristallglitzer auf dem Schnee.
Ich bin die Sonne auf Ährengold.
Ich bin der Regen, herbstlich hold...
Steht nicht am Grab, die Augen rot,
ich bin nicht dort. Ich bin nicht tot.

(Goethes Erben)

zwei der vielen

Alle Gedichte aus dem Buch "Stets auf der Suche nach dem Leben - Gedichte über Seelenwirklichkeiten" von Jolan Rieger

Stephen Chbosky - Absolut nichts

"Auf einem gelben Stück Papier, grün liniert,
schrieb er ein Gedicht
und er nannte es „Chops“
denn das war der Name seines Hundes
und nur darum ging es.
Und sein Lehrer gab ihm eine Eins
und einen goldenen Stern
und seine Mutter klebte es an die Küchentür
und las es den Tanten vor.
Das war das Jahr als alle Kinder
mit Father Tracy in den Zoo fuhren
und sie sangen mit ihm im Bus
und seine Schwester kam auf die Welt
mit winzigen Findernägeln und kahl
und seine Eltern küssten sich oft
und das Mädchen um die Ecke schickte ihm
eine Valentinskarte mit vielen „X“-en
und er fragte seinen Vater, was die „X“-e bedeuteten
und sein Vater brachte ihn abends ins Bett
und war immer da, um das zu tun.

Auf einem weißen Stück Papier, blau liniert,
schrieb er ein Gedicht
und er nannte es „Herbst“
und nur darum ging es
und sein Lehrer gab ihm eine Eins
und er sagte, er solle präziser schreiben
und seine Mutter klebte es nicht an die Küchentür
denn sie war frisch gestrichen
und die anderen sagten ihm
dass Father Tracy Zigaretten rauchte
und er sie in der Kirche fallen ließ
und manchmal brannten sie Löcher in die Bänke.
Das war das Jahr, als seine Schwester eine Brille bekam,
mit dicken Gläsern und einem schwarzen Gestell
und das Mädchen um die Ecke lachte ihn aus,
als er mit ihr auf den Weihnachtsmann warten wollte
und die anderen sagten ihm
warum seine Eltern sich so oft küssten
und sein Vater brachte ihn abends nicht mehr ins Bett
und sein Vater wurde wütend
als er ihn weinend darum bat.

Auf einem Blatt aus einem Notizbuch
schrieb er ein Gedicht.
Und er nannte es „Unschuld: eine Frage“
denn das war die Frage, die seine Freundin betraf
und sein Lehrer gab ihm eine Eins
und sah ihn lange und seltsam an
und seine Mutter klebte es nicht an die Küchentür
denn er zeigte es ihr nicht.
Das war das Jahr, als Father Tracy starb
und er vergaß, wie das Gleubensbekenntnis ging
und er erwischte seine Schwester
wie sie hinter’m Haus herumknutschte
und seine Eltern küssten sich nicht mehr
und schwiegen sich an
Und das Mädchen um die Ecke trug zuviel Make-up
so dass er husten musste, wenn er sie küsste,
aber er tat es trotzdem,
weil es das war, was man halt tat
und um drei Uhr morgens brachte er sich ins Bett
während sein Vater nebenan schnarchte.

Auf einem Stück brauner Papiertüte
versucht er sich an einem Gedicht
und er nannte es „Absolut nichts“
denn nur darum ging es wirklich
Und er verpasste sich eine Eins
und einen Schnitt in jedes Handgelenk
und er klebte es an die Badezimmertür
denn er glaubt nicht, dass er es noch
bis zur Küche schaffen würde."

Außerdem bin ich Fan von sämtlichen Gedichten der Website http://www.wahnsignal.de.
Die rockt so sehr. Und ich meine nicht wegen dem aktuellen Hintergrund :-p


Zitat von MesSa:
Stephen Chbosky - Absolut nichts


soweit ich weiß is des gedicht aber von dr earl reum (steht hinten bei den danksagungen)

das gedicht, dass meine freundin mir geschrieben hat.

Völker der Erde

Völker der Erde
ihr, die ihr euch mit der Kraft der unbekannten
Gestirne umwickelt wie Garnrollen,
die ihr näht und wieder auftrennt das Genähte,
die ihr in die Sprachverwirrung steigt
wie in Bienenkörbe,
um im Süßen zu stechen
und gestochen zu werden -

Völker der Erde,
zerstöret nicht das Weltall der Worte,
zerschneidet nicht mit Messern des Hasses
den Laut, der mit dem Atem zugleich geboren wurde.

Völker der Erde,
O daß nicht Einer Tod meine, wenn er Leben sagt -
und nicht Einer Blut, wenn er Wiege spricht -

Völker der Erde,
lasset die Worte an ihre Quelle,
denn sie sind es, die die Horizonte
in die wahren Himmel rücken können
und mit ihrer abgewandten Seite
wie eine Maske dahinter die Nacht gähnt
die Sterne gebären helfen -

Nelly Sachs

Liebebedürfnis

Wer vernimmt mich? ach, wem soll ichs klagen?
Wers vernähme, würd er mich bedauern?
Ach, die Lippe, die so manche Freude
Sonst genossen hat und sonst gegeben,
Ist gespalten, und sie schmerzt erbärmlich,
Und sie ist nicht etwa wund geworden,
Weil die Liebste mich zu wild ergriffen,
Hold mich angebissen, daß sie fester
Sich des Freunds versichernd ihn genösse:
Nein, das zarte Lippchen ist gesprungen,
Weil nun über Reif und Frost die Winde
Spitz und scharf und lieblos mir begegnen.
Und nun soll mir Saft der edlen Traube,
Mit dem Saft der Bienen bei dem Feuer
Meines Herds vereinigt, Lindrung schaffen.
Ach, was will das helfen, mischt die Liebe
Nicht ein Tröpfchen ihres Balsams drunter?

Rastlose Liebe

Dem Schnee, dem Regen,
Dem Wind entgegen,
Im Dampf der Klüfte,
Durch Nebeldüfte,
Immer zu! Immer zu!
Ohne Rast und Ruh!
Lieber durch Leiden
Möcht ich mich schlagen,
Als so viel Freuden
Des Lebens ertragen.
Alle das Neigen
Von Herzen zu Herzen,
Ach, wie so eigen
Schaffet das Schmerzen!

Wie soll ich fliehen?
Wälderwärts ziehen?
Alles vergebens!
Krone des Lebens,
Glück ohne Ruh,
Liebe, bist du!

beide von goethe

auf die gefahr hin..

als pseudo abgestempelt zu werden:

Das Elfenlied

I.
Neulich ging ich ganz allein in den finstren Wald hinein
ich gestehe mir war bang, doch ich mußte dort entlang
man hört ja so allerhand was so aus finstren Wäldern stammt
doch ich schwöre es ist war, was in dieser Nacht ich sah

lalalalalalalala.....

II.
Als das erste Licht ich sah war mir alles sofort klar
denn ich bin ja informiert was im Walde so passiert
also kroch ich in die Hecke auf das man mich nicht entdecke
falls doch hatt`ich vorgesorgt und mir eine Axt besorgt

lalalalalalalala.....

III.
Und im Walde ganz tief drinnen einsam nur vom Mond beschienen
sah ich zum Klang alter Weisen Wesen um die Bäume kreisen
ein paar Blätter um die Lenden hielten sie sich an den Händen
und es war mir sofort klar, daß ich Elfen tanzen sah

Und ich sah die Elfen tanzen und sie kuschelten mit Pflanzen
sie vergnügten sich mit Bäumen, oh mir war als würd ich träumen
ich hielt es stets für böse Lüge was man bisher mir vom Triebe
jenes schönen Volks berichtet -doch nun hab ichs selbst gesichtet

IV.
Ich sah sie in einer Phase voller elfischer Ekstase
sah wie sie von Blumen sangen und die Blumen dann besprangen
ihr entrückter Blick kam nicht -wie mir schien- vom Sternenlicht
sondern von den Tannensproßen, die sie tonnenweis genossen

Und ich sah....

V.
Doch dann kam die schlimme Wende, denn ein Elb hatte zum Ende
eben jenen Baum geminnt, den ich zum Versteck ersinnt
von dem Anblick übermannt bin ich schnell nach Haus gerannt
oh, mir wird schlecht denk ich daran, was er dem Baum hat angetan

Und ich sah...

Und trefft ihr Elben und sie fragen ob sie nachts bei euch könn`lagern
so kann ich euch eins nur raten...-LASST SIE NICHT IN EUREN GARTEN!

lalalalalalalala....

ich mag balladen ganz gerne,z.b. der schwarze tod von lingg,winternacht von keller oder das kalte liebchen von eichendorff...
was liebesgedichte angeht is das hier ganz weit vorne:

altes liebesgedicht

ich lege meinen kopf auf deine schulter
und lasse meinen geist durch die luft sausen,
dann sehe ich ihm hinterher,
und mein blick verschwindet hinter dem sofa.
plötzlich spüre ich dich ganz deutlich.
meine hand tastet nach meiner besinnung,doch sie ist ohne zweifel verloren.
ich spüre nur noch dich
und bin für einige minuten wahnsinnig,
dann sehe ich dir ins gesicht,
dann küsse ich dich,
dann winke ich meinem geist noch einmal hinterher
und verliere mich.

ernst dörrie

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Jetzt bist du gefragt

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