Falsche Zahlen: Wie es um die Verkäufe von SSIOs Album "0,9" steht

Aktuell macht die Meldung die Runde, SSIO hätte von seinem Album 0,9 bereits über 125.000 Einheiten abgesetzt und Goldstatus erreicht. Tatsächlich fehlt dem Album zum Goldstatus aber noch ein Stück.

Rapupdate berichtete heute mit Bezug auf SSIOs Wikipedia-Eintrag, der Alles oder Nix-Künstler könne "jetzt eventuell den größten Erfolg seiner Karriere feiern". Auf Wikipedia werden aktuell "+ 125.000" Verkäufe für 0,9 angegeben. Die Version des Artikels scheint bisher allerdings ungeprüft zu sein. In Deutschland erhalten Künstler für 100.000 verkaufte Einheiten die goldene Schallplatte.


Foto:

https://de.wikipedia.org/wiki/SSIO

Bisher liegen die Verkäufe von 0,9 allerdings noch unter 100.000 Einheiten. Auf Gold muss SSIO also noch ein wenig warten. Auch in der Gold-/Platin-Datenbank des Bundesverbandes Musikindustrie findet sich entsprechend noch kein Eintrag zu 0,9.

Kommentare

Hahahahahah euer ernst des sind die verkäufe für alle drei länder

Glaube ich nicht. Nicht mal dann hat er soviel verkauft. Österreich gehst du glaub ich schon mit 15.000 Platin und in der Schweiz mit 20.000 D.h selbst wenn er in Österreich und Schweiz Platin hätte wären das noch 90.000 verkaufte Platten in Deutschland was der auf keinen Fall hat.

Die Zahlen sind komplett aus der Luft gegriffen, denk ich.

Ob Gold oder nicht der Jung kann was gute Platte guter Typ ich würde ihm vom Herzen gönnen ! Zieh durch Keule

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

MeToo ist im Deutschrap angekommen: JVA zeigt Schwesta Ewa an

MeToo ist im Deutschrap angekommen: JVA zeigt Schwesta Ewa an

Von Michael Rubach am 09.02.2018 - 15:28

Die MeToo-Debatte ist spätestens seit den Anschuldigungen gegen Filmregisseur Dieter Wedel auch in Deutschland präsent. Eine, die schon vor Monaten öffentlich von Übergriffen gesprochen hat, ist Schwesta Ewa. Sie äußerte sich im Herbst 2017 in einem längeren Instagram-Video unter anderem zu Belästigungen und Schikanen in der Untersuchungshaft:

"Wisst Ihr, dass vier, fünf Frauen sich in zwei, drei Jahren in der JVA Preungesheim das Leben genommen haben aufgrund von Beamtenschikane[...]? Wisst ihr, dass Wärter zu mir gekommen sind? Um 11 Uhr, 10 Uhr, 10 Uhr, 11 Uhr, 12 Uhr nachts bei mir an der Glocke geklingelt haben und mich b*msen wollten?"

Schwere Anschuldigungen, die Ermittlungen nach sich ziehen müssten. Laut Stern will die JVA Frankfurt III den Vorwürfen aber nicht weiter nachgehen: Die Anstaltsleitung zeigte Ewa stattdessen wegen übler Nachrede an. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Schwesta Ewa.

Wie das sein kann, begründete die Staatsanwalt gegenüber dem Stern damit, dass Ewa nicht bereit gewesen sei, die Anschuldigungen in einer Anhörung zu wiederholen. Dadurch können "noch nicht von einem Anfangsverdacht ausgegangen werden".

Dass sie hier die Aussage verweigerte, begründet Schwesta Ewas Anwalt Alexander Stevens damit, dass sie als Beschuldigte vorgeladen worden sei. Stattdessen hätte man sie als Zeugin vernehmen können.

In einem Beitrag des Sat1-Frühstückfernsehens ergänzt er, er glaube seiner Mandantin "uneingeschränkt". Er hält er sogar den Versuch der Vertuschung eines Justizskandals für möglich.

Damit geht es Ewa ähnlich wie anderen, die im Zuge der #MeToo-Debatte über Belästigungen berichteten. Da meist kein Dritter dabei war, steht das Wort der einen gegen das des anderen. Der Beschuldigte wehrt sich und schießt zurück, die Betroffene muss zusätzlich mit Anfeindungen leben. In diesem Fall sogar mit möglichen juristischen Konsequenzen.

Dass Schwesta Ewas Anschuldigungen zuerst vergleichsweise kleine Kreise zogen und sie als mögliches Opfer sogar selbst angezeigt wurde, wird mit ihrem Vorstrafenregister zu tun haben. Bekanntlich wurde sie des Menschenhandels, der Zuhälterei, der Steuerhinterziehung und der Körperverletzung verdächtigt. Wegen Steuerhinterziehung und Körperverletzung wurde sie zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die Vorwürfe der Zuhälterei und des Menschenhandels wurden als nicht bewiesen angesehen. Das Gericht setzte den Haftbefehl gegen sie aus, sie konnte das Gefängnis nach knapp acht Monaten Untersuchungshaft verlassen. Beide Seiten gingen in Revision, der Fall wird vor dem Bundesgerichtshof (BGH) weiterverhandelt.

Nicht die besten Voraussetzungen, wenn einem geglaubt werden soll. Aber all das sollte mit der Frage, was an Ewas Vorwürfen dran ist, nichts zu tun haben. Ebenso wie die Tatsache, dass Ewa ihre Vorwürfe sehr – sagen wir – undiplomatisch vorträgt. Justitia hat bekanntlich blind zu urteilen, ohne Ansehen der Person. In der Realität sieht das leider häufig anders aus.


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (1 Kommentar)